Warum gibt es keine verpflichtende Ernährungsberatung für Diabetiker? Mit der richtigen Ernährung ist Diabetes heilbar und reduziert die gesundheitlichen Folgekosten.
Ernährung ist ein zentraler Baustein in der Behandlung von Diabetes, insbesondere bei Typ-2-Diabetes. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass strukturierte Ernährungstherapie bei einem Teil der Betroffenen zu einer Remission führen kann. Das bedeutet jedoch keine generelle Heilung, sondern eine zeitlich begrenzte Stoffwechselstabilisierung unter bestimmten Voraussetzungen.
Warum gibt es keine verpflichtende Ernährungsberatung?
Diabetes ist eine chronische Erkrankung mit sehr unterschiedlichen Verläufen. Alter, Begleiterkrankungen, soziales Umfeld, Motivation und Krankheitsdauer unterscheiden sich stark. Eine verpflichtende Maßnahme würde dieser Vielfalt nicht gerecht werden und wäre medizinisch wie rechtlich problematisch. Therapieentscheidungen müssen individuell getroffen werden und dürfen nicht pauschal verordnet werden.
Was gilt aktuell?
Ernährungsberatung und Ernährungstherapie sind bereits heute Teil der Regelversorgung. Bei ärztlicher Verordnung übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten anteilig oder vollständig. Zudem sind strukturierte Behandlungsprogramme wie die Disease-Management-Programme fest etabliert. Dort spielen Lebensstiländerungen, Ernährung und Bewegung eine zentrale Rolle.
Warum setzt die CDU/CSU nicht auf Zwang?
Gesundheitspolitik muss auf Eigenverantwortung, Aufklärung und Motivation setzen, nicht auf Verpflichtungen. Nachhaltige Ernährungsumstellungen gelingen nur, wenn Patientinnen und Patienten sie verstehen, akzeptieren und dauerhaft umsetzen. Verpflichtende Beratung allein führt nicht automatisch zu besseren Ergebnissen.
Wo sieht die CDU/CSU Handlungsbedarf?
Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion setzt sich dafür ein,
– den Zugang zu qualifizierter Ernährungstherapie weiter zu verbessern
– Prävention früher anzusetzen, insbesondere bei Übergewicht und Bewegungsmangel
– Ernährungsmedizin stärker in Ausbildung und Versorgung zu verankern
– digitale und niedrigschwellige Beratungsangebote auszubauen
Ziel ist es, Folgekosten zu reduzieren, Lebensqualität zu erhöhen und Diabetes möglichst früh wirksam zu beeinflussen. Das gelingt nicht durch Pflichtprogramme, sondern durch gute Rahmenbedingungen, qualitätsgesicherte Angebote und informierte Entscheidungen der Betroffenen.

