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Sigrid Grönert
CDU
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Nur mit einer Legalisierung von Cannabis kann man Jugendschutz leisten, tödliche Streckmittel vermeiden und der organisierten Kriminalität Milliarden Euros wegnehmen! Warum sind sie dennoch dagegen?

Bitte mit Fakten argumentieren, keine wir haben schon 2 Volksdrogen, konsumiert wird alles so oder so.
Der Konsum von Cannabis ist bei uns stark gestiegen, trotz Prohibition, ein Verbot macht es nur noch interessanter für Jugendliche, wenn sie wirklich unvoreingenommen die Fakten betrachten können sie nur für Legalisierung sein, aber das hat die CDU ja selten interessiert, hauptsache alles bleibt wie es ist, alles tun um in der Vergangenheit zu leben.

Frage von Katrina R. am
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Zeit bis zur Antwort: 2 Tage 1 Stunde

Sehr geehrte Frau R., gerne will ich Ihre Frage vom 3. Juli beantworten.

Aus meiner Sicht wird sich durch eine Legalisierung von Cannabis für den Jugendschutz nichts verbessern. Cannabis wird für sehr junge Menschen ja weiterhin nicht frei zugänglich sein und von daher besteht nach wie vor die Gefahr, dass Jugendliche sich illegal versorgen. Der Bremer Jugendrichter Dierk Gerl befürchtet, dass eine Legalisierung fälschlicherweise das Signal setzen würde, dass das was nicht verboten ist, auch nicht gefährlich sein könne. Aus seiner Sicht könnte der Konsum in dieser Altersgruppe aber sogar durchaus steigen. Herr Gerl sagt, dass er nach seiner langjährigen Berufserfahrung als Jugendrichter zu dem Schluss kommt, dass junge Menschen bestmöglich vor Drogengebrauch, auch vor Cannabis, geschützt werden müssten. Jugendlichen käme durch Drogengebrauch u. a. häufig die Fähigkeit abhanden, ihr Leben aktiv und konstruktiv zu gestalten.

Im Dezember 2021 haben mehrere Kinder- und Jugendmediziner gemeinsam mit Kinder- und Jugendtherapeuten und Psychiatern ein gemeinsames Positionspapier verfasst, in dem sie vor einer Entwicklung wie in Kanada und in den USA warnen. Alle Vorsätze, die Legalisierung von Cannabis mit bestmöglichem Jugendschutz zu verbinden hätten sich in vielen Legalisierungsländern als Illusion erwiesen. Suchtprävention hätte laut der Wissenschaftler nur da Erfolge gezeigt, wo sie mit einer strikten Angebotsreduzierung einhergegangen sei. Dieses wäre aber bei einer zeitgleichen Legalisierung kaum möglich.

Zudem wird aus meiner Sicht auch zu recht bezweifelt, dass eine Legalisierung den Schwarzmarkt austrocknen könnte. In Kanada hat dieser sich den legalen Konkurrenzangeboten angepasst. Die Schwarzmarktpreise sind dort gesunken bei gleichzeitigem Anstieg des Wirkstoffgehalts und die Kunden bleiben nicht aus.

Ja, Alkohol ist legal zu erwerben und richtet immense Schäden an. Das ist eine aus meiner Sicht absolut unbefriedigende Situation. Gemeinsam mit vielen Fachleuten komme ich aber trotzdem zu der Einschätzung, dass die negative Wirkung durch Alkohol nicht dazu herhalten darf, bislang illegale Drogen u. a. Cannabis zu verharmlosen.

Die Verwendung von Cannabis als Medikament für Schwerstkranke halte ich indes für einen wichtigen Schritt. Darüber hinaus sollte der Umgang mit Straftaten im Zusammenhang mit illegalen Drogen - wie Cannabis - aus Rechts- und Erwartungssicherheit in Deutschland einheitlich geregelt sein. Durch immer neue Ausnahmen oder auch Freigrenzen auf Länderebene dürfen Gesetze auf Bundesebene nicht ausgehebelt werden.

Ich hoffe, dass ich Ihre Frage einigermaßen beantworten konnte. Es gäbe noch vieles zu sagen, wie z. B. zur Ausweitung und Kontrolle von in Deutschland anzubauendem Cannabis. Wie hoch soll denn der THC-Gehalt bei einer Legalisierung sein, der beim medizinischen Cannabis wesentlich geringer ist als auf dem heutigen Schwarzmarkt, was aber den normalen Konsumenten nicht zufrieden stellen dürfte...

Ich wünsche Ihnen alles Gute und bitte um Entschuldigung dafür, dass Sie etwas länger auf meine Antwort warten mussten. Herzliche Grüße, Sigrid Grönert

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