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Sebastian Roloff
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Frage von Sarah B. •

Wie rechtfertigen Sie Millionen für Fußball-Rechte bei steigenden Rundfunkbeiträgen?

​Sehr geehrte Damen und Herren,

​als Beitragszahlerin wende ich mich bezüglich der Rundfunkfinanzierung an Sie. Der Kernauftrag von ARD und ZDF liegt in Information, Bildung und Kultur.
​Mit Unverständnis beobachte ich, dass hunderte Millionen Euro für kommerzielle Sportrechte (wie die Fußball-WM) ausgegeben werden. Profifußball ist ein rein kommerzielles Produkt, das auch private Anbieter lückenlos abdecken.
​Wie rechtfertigen Sie Millionen für Fußball-Rechte bei steigenden Rundfunkbeiträgen?
​Ich fordere Sie auf, sich bei den Reformen des Medienstaatsvertrags für eine strikte Obergrenze bei Sportlizenzen und eine Konzentration auf den echten Kernauftrag einzusetzen. Über eine Rückmeldung zu Ihrer Position freue ich mich.

​Mit freundlichen Grüßen
Sarah B.

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Antwort von SPD

Sehr geehrte Frau B.

zunächst vielen Dank für Ihre Antwort. 

Zunächst möchte ich betonen, dass Information, Bildung und Kultur zweifellos zentrale Säulen des öffentlich-rechtlichen Auftrags sind. Gleichzeitig erfüllt die Berichterstattung über bedeutende Sportereignisse nach Auffassung des Gesetzgebers und der Rechtsprechung ebenfalls eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Große Sportereignisse wie Fußball-Welt- und Europameisterschaften sind nicht nur Unterhaltung, sondern prägen öffentliche Debatten, fördern gesellschaftliche Identifikation und schaffen gemeinsame Erlebnisse über soziale und regionale Grenzen hinweg.

Dieser besonderen Bedeutung trägt auch der Medienstaatsvertrag Rechnung (§13 MStV). Er sieht vor, dass bestimmte Sportereignisse von erheblicher gesellschaftlicher Relevanz für alle Bürger*innen frei empfangbar zugänglich sein müssen. Dazu zählen insbesondere Spiele der deutschen Fußballnationalmannschaft bei Welt- und Europameisterschaften sowie Halbfinal- und Finalspiele solcher Turniere. Ziel ist es, zu verhindern, dass diese Ereignisse ausschließlich hinter Bezahlschranken von Pay-TV- oder Streaminganbietern verfügbar sind.

Gleichzeitig teile ich die Einschätzung, dass mit den Beitragsmitteln verantwortungsvoll umgegangen werden muss. Die Preise für Sportrechte, insbesondere im Fußball, sind in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Dies hat bereits dazu geführt, dass ARD und ZDF ihr Engagement deutlich reduziert haben und heute nicht alle Spiele großer Turniere übertragen können. So werden bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 beispielsweise nur noch 60 der insgesamt 104 Spiele im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu sehen sein.

Ein verantwortungsvoller Umgang mit Beitragsmitteln und die Sicherung frei zugänglicher gesellschaftlicher Großereignisse sind dabei keine Gegensätze, sondern müssen gemeinsam gewährleistet werden.

 

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Roloff

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