Was kann ich als Privatperson gegen die Unternehmen, die das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz umsetzen, unternehmen?
Liebe Frau Vollath
Ich bin entsetzt: Seit fast einem halben Jahr bin ich selbst in psychotherapeutischer Behandlung. Der Weg zu einem Ersttermin und zu einem festen psychotherapeutischen Angebot war lang. Dennoch hatte ich sehr viel Glück und habe nur drei Monate gesucht. Das war in einer Zeit, in der ich mich selbst verletzte und suizidale Gedanken hatte. Letztere wurden durch die Aussichtslosigkeit, einen Therapieplatz zu bekommen, noch verstärkt. Schon letztes Jahr war es schwer, etwas zu finden, und jetzt habe ich Angst, wie lange ich noch Hilfe bekomme.
Diese Debatte, die durch das Gesetz verstärkt wird, erinnert mich stark an die bisher wenig anerkannten Opfer des Nationalsozialismus, die als „Asoziale“ stigmatisiert und verfolgt wurden.
Denn dadurch wird eines klar: Wer keine Leistungszeit hat, wer Schwächen hat oder sogar eine gesellschaftlich stigmatisierte Einschränkung hat, zum Beispiel „Depressionen“, ist verloren.
Mit freundlichen Grüßen

