Sind Sie der Meinung, dass PolitikerInnen Vorbildfunktion in der Gesellschaft haben und mögl. häufig Fahrräder und ÖPNV bei der Ausübung ihres Amtes nutzen müssen? Wie ist Ihr persönliches Verhalten?
Sehr geehrte Frau M.,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
die Nutzung von umweltfreundlichen Verkehrsmitteln kann ein sichtbares Zeichen für Glaubwürdigkeit und Engagement sein. Ich persönlich versuche, wann immer möglich, entsprechend mit dem ÖPNV oder Fahrrad unterwegs zu sein.
Gleichzeitig ist der Arbeitsalltag im Mandat oft kompliziert: Termine liegen dicht beieinander, an unterschiedlichen Orten und teilweise auch außerhalb der üblichen Fahrzeiten des öffentlichen Verkehrs. Und natürlich gilt ganz praktisch: Es gibt Termine, zu denen kein sinnvoller ÖPNV führt, und das Fahrrad ist nicht immer eine realistische Option. In solchen Situationen braucht es schlicht eine pragmatische Wahl des Verkehrsmittels.
Mit diesen Herausforderungen bin ich aber nicht allein. Genau deshalb unterstütze ich das Ziel, nachhaltige Mobilität insgesamt so zu stärken, dass sie möglichst oft eine echte und attraktive Option ist, nicht nur für Mandatsträger:innen, sondern für alle. Das ist auch für gesellschaftliche Teilhabe wichtig.
Alle Menschen in Baden-Württemberg sollen sicher, bezahlbar, barrierefrei und klimafreundlich mobil sein können. Unabhängig von Standort, Alter, Einkommen oder Herkunft. Dafür setzen wir uns ein.
Dazu haben wir mehr als 50 neue Regiobuslinien in Betrieb genommen und den Schienenpersonennahverkehr massiv erweitert. Mit dem Landesmobilitätsgesetz haben wir den Kommunen vielfältige Werkzeuge an die Hand gegeben, um vor Ort in Stadt und Land klimafreundliche Mobilität auszubauen. Zum Beispiel mit dem Mobilitätspass, der digitalen Parkraumbewirtschaftung und mit Radverkehrskoordinator:innen. Mit unserem landeseigenen Jugendticket fahren Schüler:innen, Azubis, Studierende und Freiwilligendienstleistende für nur etwa 1,50 Euro am Tag bundesweit mit Bus und Bahn.
Um tatsächlich Klimaschutz zu erreichen, reicht individuelles Verhalten allein nicht aus. Wir müssen die Rahmenbedingungen schaffen, die ökologisches Handeln für alle einfach macht: mehr und besserer ÖPNV, der Ausbau erneuerbarer Energien, sichere Radwege und sozial gerechte Lösungen, die umweltfreundliches Verhalten belohnen statt zu bestrafen. Nur so können wir Klimaschutz strukturell verankern und für alle ermöglichen.
Mit freundlichen Grüßen
Sarah Hagmann

