Sabine Bangert
DIE GRÜNEN
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Frage von Znynu Uryzna an Sabine Bangert bezüglich Kultur

# Kultur 18. Aug. 2015 - 20:19

Sehr geehrte Frau Bangert,

die Eintrittsgelder in Museen, Theater, Festivals u. A. sind für Kunstschaffende der Basis mit niedrigem Einkommen oft kaum aufzubringen. Ich würde dafür plädieren, über die Mitgliedernachweise etwa von Berufsverbänden, in Berlin lebenden Kunstschaffenden freien Eintritt zu gewähren. Ich würde gerne Ihre Position hierzu zu erfahren.

Vielen Dank und mit freundliche Grüßen, Malah Helman

Von: Znynu Uryzna

Antwort von Sabine Bangert (GRÜNE) 03. Sep. 2015 - 17:23

Sehr geehrte Frau Helman,

bitte entschuldigen Sie die verspätete Antwort aber bedingt durch die Parlamentsferien und die bereits laufenden Haushaltsberatungen sind die zeitlichen Ressourcen gerade etwas knapp.

Die Idee, Bildenden KünstlerInnen vergünstigten Eintritt in Museen zu ermöglichen ist durchaus nachvollziehbar. Das derzeitige Ermäßigungssystem sieht hier meistens nur eine Möglichkeit für Auszubildende oder BerlinPass InhaberInnen vor.

Gerade im Bereich der Künste haben wir in Berlin eine sehr große Gruppe, die über wenig Einkommen verfügen und denen über neue Ermäßigungsmodelle durchaus größere kulturelle Teilhabe ermöglicht werden könnte.

Sofern die Mitgliedschaft in einem Berufsverband aber ausschlaggebend sein soll, müsste dieser selber im Interesse seiner Mitglieder mit den Einrichtungen verhandeln. Wir würden Sie hier sehr gerne motivieren, dies z.B. im BBK anzuregen.

Auch gibt es über die Mitgliedschaft in der freien Volksbühne die Möglichkeit zu ermäßigtem Eintritt bei diversen Kultureinrichtungen.

In der Berlinischen Galerie gilt jeden ersten Montag im Monat ein Eintrittpreis von vier Euro, in den öffentlich geförderten Berliner Kunstvereinen besteht freier Eintritt, auch das Stadtmuseum hat bereits an einem Tag im Monat freien Eintritt.

In der Stadt Düsseldorf gibt es für den Betrag von 30,00 Euro eine Künstlerkarten, die zu freiem Eintritt in diversen Museen berechtigt. Dies könnte auch ein Modell für Berlin werden, ist aber nicht an die Mitgliedschaft in einem Verband gebunden sondern an den Nachweis eines Abschlusses an einer Kunsthochschule.

Bündnis 90/Die Grünen setzen sich insgesamt dafür ein, dass die soziale Situation von KünstlerInnen aller Disziplinen endlich verbessert wird und damit auch die Einkommensverhältnisse steigen.

Ich nehme Ihre Anregung aber gerne auf und werde prüfen, ob sich eine Künstlerkarte
analog zu dem Düsseldorfer Modell auch für Berlin als praktikabel erweisen könnte.

Mit freundlichen Grüßen

Sabine Bangert, MdA