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Rixa Kleinschmit
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Frage von Jan R. •

Wie viel Tonnen Angelblei werden jährlich in SH oder der BRD verkauft? Wie war die Entwicklung? Mit welchen Kennzahlen arbeiten Sie im Umweltausschuss um den quantitativen Angelbleieintag zu bewert.?

Mit welchen Kennzahlen arbeiten Sie im Umweltausschuss um um in SH oder der BRD den quantitativen Eintrag von Angelblei in Gewässer zu beurteilen.

Wie viel Tonnen Angelblei werden in SH oder der BRD verkauft? Oder sind die politischen Entscheidungen blind also ohne aussagekräftige Kennzahlen getroffen? Habe ich hier vielleicht sogar ein Versäumnis der Behörden entdeckt?

Entschuldigung, die folgenden trivialen Fakten können Sie überspringen, nur um unnötige Argumentationsketten zu reduzieren.

PB ist nach GHS als gesundheitsgefährlich und umweltgefährlich eingestuft.

PB lethal concentration LC50, Fisch, 96 Stunden = 0,44–452 mg·l−1

Der tech. Fortschritt der Angelausrüstung war die letzten 20 Jahre überproportional und gleicht evt. min. Nachteile bei Ersatzstoffen zu Blei bei weitem aus.

Es gibt keine Angeltechnik Feedern, Stippen, Spinning, usw die durch den Einsatz von Ersatzmaterialien Tungsten, Zink, usw. nicht mehr ausgeübt werden könnte oder erhebliche Nachteile hätte.

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Antwort von CDU

Herzlichen Dank für Ihre sehr Interessante Frage. Leider liegen keine konkreten Mengen von Angelbleiverkäufen in SH vor. Hintergrund ist aber auch, dass der Angeltourismus eine relevante Größe in SH spielt und daher davon ausgegangen werden kann, dass viele ihr Equipment aus anderen Bundesländern mitbringen. 

Wie es aber bereits bei bleihaltiger Jagdmunition an Gewässern bundesweit seit 2023 ein Verbot gibt, sollte auch in diesem Bereich über eine einheitliche Lösung, insbesondere bei Fließgewässern oder Meeren diskutiert werden. 

Vorbild hierfür könnte eine Lösung wie in Dänemark, wo nach hiesigem Kenntnisstand der Verkauf bleihaltiger Angelprodukte untersagt wurde, sein. Ein generelles Verwendungsverbot besteht demnach offenbar nicht, da es deutschen Anglerinnen und Anglern weiterhin gestattet ist, mit in Deutschland erworbenem bleihaltigem Angelzubehör in Dänemark zu angeln.

Aktuell ist landesseitig keine Initiative für eine Einschränkung geplant. Hintergrund ist, dass die auf EU-Ebene geführten Diskussionen auf eine unmittelbar geltende Verordnung abzielen, die auch in Schleswig-Holstein verbindlich Anwendung finden würde. Die bislang bekannten Vorschläge der Europäischen Union zum Verbot von Blei beim Angeln und Jagen sehen dabei ein Vorgehen vor, das dem dänischen Modell entspricht. Danach soll primär das Inverkehrbringen bleihaltiger Angelprodukte untersagt werden, während sich bereits im Umlauf befindliche bleihaltige Angelgewichte oder -köder weiterhin verwendet werden dürften. Da eine Kontrolle der Nutzung bleihaltiger Köder oder Gewichte im Rahmen von Vor-Ort-Kontrollen praktisch kaum umsetzbar ist, sieht das Fischereireferat in einer Beschränkung der Einfuhr und Vermarktung die einzige effektiv umsetzbare Maßnahme. Schleswig-Holstein hat sich hierzu in Zusammenarbeit mit dem Bund im Rahmen verschiedener Stellungnahmen zum EU-Rechtsakt „Lead in Fishing“ eingebracht, was letztlich auch zu einem entsprechenden Ausgestaltung auf europäischer Ebene beigetragen hat.

Vielen Dank für diesen wertvollen Impuls, den ich gerne weiterverfolgen möchte. 

Mit freundlichen Grüßen

Rixa Kleinschmit

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