Frage an René Rock von treuneq xebaraoretre bezüglich Umwelt

01. Oktober 2018 - 07:00

Rene Rock will nicht radeln
Herr Rockin der FR vom 9.9.18 sprechen Sie von einem Freiheitseinschränkenden "Diesel-Fahrverbot" und sie werden jedenfalls nicht mit dem Rad nach Frankfurt zum Einkaufen fahren. Ich kaufe dann bei Amazon.
Das sind gleich zwei Aussagen, die einem NormalBürger den Zorn in die Augen treibt. Wo bitteschön ist die Freiheit eingeschränkt, welche Freiheit meinen Sie denn? Man kann z.B. ohne Probleme mit der S-Bahn von Rodgau aus innerhalb von ca 30` nach Frankfurt in die Innenstadt von Frankfurt zum Einkaufen fahren, von Seligenstadt dauert es etwas länger - ja wo ist da das Problem, das verstehe ich nicht, können sie das erklären?
Bei Amazon kaufen heisst, sie akzeptieren Lohndumping, keine gerechte Entlohnung, Steuern werden in Deutschland nicht entrichtet, Pakete werden zum Schaden der Umwelt ständig hin u. her geschickt usw. usf.
Ist das ihre Politik, des weiter so
Erklären sie mir bitte diese ihre Aussage

Mit freundlichen Grüßen

Frage von treuneq xebaraoretre
Antwort von René Rock
17. Oktober 2018 - 13:56
Zeit bis zur Antwort: 2 Wochen 2 Tage

Sehr geehrter Herr Kronenberger,

von dem Fahrverbot sind allein in Frankfurt rund 100.000 Autobesitzer betroffen. Für viele Bürger ist das Auto wichtig, um mobil zu sein können, um zum Arzt oder zur Kita zu kommen oder um die Einkäufe der Familie besorgen zu können. Betroffen sind aber nicht nur Frankfurter, sondern hundertausende Pendler und Besucher der Stadt. Frankfurt ist eine der wichtigstes Wirtschaftsmetropolen unseres Landes. Hier finden unzählige Messen und Kongresse statt, haben internationale Unternehmen ihren Sitz. Deshalb ist die Stadt dringend auf eine gute Erreichbarkeit angewiesen. Sogar Fahrzeuge im Krankentransport dürfen, wenn das Fahrverbot rechtskräftig wird, nicht mehr fahren. Handwerker, Taxifahrer, Markthändler, alle sind betroffen. Darüber hinaus ist das Fahrverbot eine Form der Enteignung. Es kann nicht sein, dass Bürger vor wenigen Jahren ein zugelassenes Fahrzeug im guten Glauben kauften und dieses plötzlich nicht mehr nutzen dürfen.

Wir wollen aber auch die Luftqualität in Frankfurt verbessern. Klar ist, dass Grenzwerte einzuhalten sind. Deshalb wollen wir ein 100 Millionen Euro Sofortprogramm umsetzen, mit dem wir die Schadstoffbelastungen deutlich senken können. Die grüne Umweltministerin hat den Luftreinhalteplan von 2011 (!) nicht mehr angefasst, obwohl seit Jahren die Grenzwerte überschritten wurden. Das ist verantwortungslos.

Die Fahrt vom Bahnhof Seligenstadt zur Hauptwache in Frankfurt dauert nicht 30 Minuten, sondern etwa doppelt so lange, rund 55 Minuten. Mit dem Auto brauchen Sie nur die Hälfte der Zeit. Um es klar zusagen, auch wir wollen den ÖPNV stärken. Schon heute sind Busse und Bahnen überfüllt und es gibt erhebliche Probleme mit Verspätungen. Aber man darf die Autofahrer nicht gegen die Bahnfahrer ausspielen und umgekehrt. Wir wollen, dass jeder Bürger das Angebot nutzen kann, was er wirklich benötigt und das kann die S-Bahn sein, das kann in den Abendstunden aber auch mal das Taxi sein, denn zur Wahrheit gehört auch, dass sich vor allem Frauen an den Haltestellen und Bahnhöfen in den Nachtstunden unsicher fühlen.