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René Pönitz
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Frage an René Pönitz von Barbara H. bezüglich Verkehr

Sehr geehrter Herr Pönitz,

als Fahrgast in S-Bahn, Regional- und Fernbahn sorge ich mich um meine und die Interessen anderer Fahrgäste, wenn der Bahnhof Altona an den Diebsteich verlagert wird. Denn es ist schon jetzt klar, dass am Diebsteich weit weniger Züge durchgeschleust werden können und sich die Züge dort stauen werden.

Als Bürgerin mache ich mir Gedanken über Beiträge der Stadt Hamburg zum Klimaschutz, der ja ganz wesentlich mit dem Thema öffentlicher Nah- und Fernverkehr zusammenhängt.
Aber durch den Abbau des vorhandenen Schienennetzes am Bahnhof Altona wird der öffentliche Nah- und Fernverkehr eindeutig ab- anstatt ausgebaut….

Als Anwohnerin in der Nähe des Diebsteichs mache ich mir Sorgen um meine Wohnqualität in den nächsten zehn Jahren, weil schon jetzt klar ist, dass der Ausbau des S-Bahn-Halts am Diebsteich zum Fernbahnhof eine riesige Baustelle mit Staub, Lärm und wesentliche Einschränkungen in meiner Mobilität mit sich bringt (der S-Bahn-Halt am Diebsteich soll für wenigstens ein Jahr gesperrt werden.)

Meine Fragen an Sie:

Meinen Sie nicht auch, dass in Zeiten des Klimawandels der öffentliche Nah- und Fernverkehrsnetz ausgebaut werden muss oder zumindest das vorhandene Schienennetz am Altonaer Bahnhof erhalten werden muss?

Was wollen Sie dafür tun, dass die Autofahrer in Hamburg auf S-Bahnen, Regional- und Fernbahnen umsteigen?

Finden Sie es in Ordnung, dass der geplante neue Bahnhof am Diebsteich zu einer Verschlechterung des Bahnverkehrs beiträgt, weil er neben der Verbindungsbahn zu einem weiteren, neuen Flaschenhals im Regional- und Fernverkehr wird?

Was wollen Sie tun, um meine Mobilität am Diebsteich zu erhalten?

Mit freundlichen Grüßen
B. H.

Frage von Barbara H. am
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 1 Tag 10 Stunden

Sehr geehrte Frau H.,

Zur Verlegung des Fernbahnhofes nach Diebsteich gibt es im Wahlprogramm der Piraten keine Positionierung. Auch innerhalb des Landesverbandes gibt es sehr verschiedene Meinungen, es gibt auch einzelne Mitglieder, die bei Prellbock und Co aktiv sind. Es ist zugegeben kein einfaches, klar zu beantwortendes Thema. Diese Verlegung hat durchaus auch Vorteile, bspw. wenn das riesige ortsteil-zerschneidende Gleisvorfeld reduziert werden kann, andererseits geht vielen der liebgewonnene Bahnhof verloren.

Wenn wir aber schon neue Bahnhöfe bauen, so sollten wir Kapazitäten auch für künftige Entwicklungen mit berücksichtigen. Und hier teile ich die Kritik, dass der Bahnhof zu klein dimensioniert wird. Zwar sind Dammtor und Hauptbahnhof derzeit die größeren Nadelöre entlang der Strecke - aber auch hier gilt es, diese zu beseitigen.

Die Sorge des "Durchschleusens" verstehe ich nicht. Wenn man so möchte, werden heute alle Züge, die nicht in Altona beginnen oder enden, durchgeschleust. Eher frage ich mich, was wir künftig mit den derzeit in Altona endenden Regionalzüge RE6/RB71 und Fernzüge machen.

Dass es bei Baumaßnahmen auch zu Einschränkungen kommen kann und wird, ist ärgerlich. Ich stecke allerdings nicht in den Details, warum die Unterbrechung so lange dauert - und ob hier eine Optimierung möglich ist. Ich halte auch viel von temporären Lösungen (wie man es bspw. in Berlin bei der Sanierung des Ostkreuzes getan hat).

Zu den konkreten Fragen:

"Meinen Sie nicht auch, dass in Zeiten des Klimawandels der öffentliche Nah- und Fernverkehrsnetz ausgebaut werden muss oder zumindest das vorhandene Schienennetz am Altonaer Bahnhof erhalten werden muss?"

Hinter der ersten Teilaussage stehe ich total - und habe auch zahlreiche Punkte für unser Wahlprogramm vorgeschlagen (siehe nächste Frage). Der zweite Teil kann ich so nicht unterschreiben. Auch der massive Ausbau schließt nicht aus, dass bestimmte Dinge sich dabei verändern können und dürfen.

Die Piraten Hamburg stehen zum Ausbau des Öffentlichen Personennah- und -fernverkehres. Der Fokus unserer Forderungen ist allerdings auf den Hauptbahnhof gerichtet. Da heute alle S- und U-Bahn-Linien halten, haben Störungen stets gravierende Auswirkungen auf das gesamte Hamburger Netz.

"Was wollen Sie dafür tun, dass die Autofahrer in Hamburg auf S-Bahnen, Regional- und Fernbahnen umsteigen?"

Konkrete Forderungen aus unseren Programm zum Thema Entschärfung des
Hauptbahnhofes:
* Nutzung der Güterumgehungsbahn für den ÖPNV (Drehkreuz „Ostkreuz“ im Bereich der Wandsbeker Chaussee)
* Bau einer S-Bahn-Verbindung zwischen Altona und Neugraben in Höhe der A7-Tunnel
* Linienweg der U5 nicht über Hauptbahnhof (dafür dann über Altona/Diebsteich)
* Durchfahrende Regionalzüge am Hauptbahnhof

Weitere Forderungen im Bereich ÖPNV
* S4 von Hasselbrook in Richtung Bad Oldesloe
* Alsterhalbring als U-Bahn (In etwa der Linie 25, siehe:
https://de.wikipedia.org/wiki/Alsterhalbring )
* U4 nach Wilhelmsburg
* Zweigleisiger Ausbau der Strecke Blankenese-Wedel (und durchgehender 10-Min-Takt)
* Schnellbahnanbindung von Osdorfer Born
* Wiedereinführung einer Straßenbahn, zunächst mit einem Netz aus ca. 4 Linien
* Barrierefreier Ausbau aller Haltestellen

Im Bereich des Fernverkehres wollen wir uns auf die schnelle Verbindung in Richtung Süden fokussieren. Ab Hannover gibt es Schnellstrecken. Hier ist das Ziel vor allem, Menschen aus dem Flugzeug zu holen.

"Finden Sie es in Ordnung, dass der geplante neue Bahnhof am Diebsteich zu einer Verschlechterung des Bahnverkehrs beiträgt, weil er neben der Verbindungsbahn zu einem weiteren, neuen Flaschenhals im Regional- und Fernverkehr wird?"

Ich finde eine Verschlechterung nicht in Ordnung. Viel eher frage ich mich, ob diese Verlegung zwingend eine Verschlechterung sein muss. Ferner muss die Welt auch nicht schwarz-weiß sein. Es könnte bspw. auch ein Teil von Altona bestehen bleiben (so dass er z.B. noch als Endstation bestimmter Regios dient, aber nicht mehr für Fernverkehr)

"Was wollen Sie tun, um meine Mobilität am Diebsteich zu erhalten?"

Sie werden einen Fernbahnhof vor der Tür haben. Mit Direktverbindungen nach Berlin/Dresden, Nürnberg/München, Frankfurt/Karlsruhe und Pott/Köln.

Mit freundlichen Grüßen,
René Pönitz