Dr. Rainer Schneewolf

| Kandidat Brandenburg
Dr. Rainer Schneewolf
© Dr. Rainer Schneewolf
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Jahrgang
1943
Wohnort
Plattenburg
Berufliche Qualifikation
Verkehrsplaner / Kommunikationswissenschaftler
Ausgeübte Tätigkeit
Rentner
Wahlkreis

Wahlkreis 1: Prignitz I

Wahlkreisergebnis: 6,5 %

Parlament
Brandenburg

Brandenburg

In die Fertigstellung des Flughafens BER sollen keine weiteren öffentlichen Gelder mehr fließen.
Porträt Rainer Schneewolf
Position von Dr. Rainer Schneewolf: Stimme zu
Die öffentliche Hand darf nicht weiter belastet werden. Die TÜV-Berichte sind offenzulegen. Der BER ist kein internationales Drehkreuz, daran muss sich die Planung ausrichten. Es darf daher keine 3. Startbahn geben. Aber ein Nachtflugverbot und die Reduzierung von Lärm und (Ultra-)Feinstaub.
Um den Mangel an Lehrkräften zu beheben, soll der Quereinstieg erleichtert werden.
Porträt Rainer Schneewolf
Position von Dr. Rainer Schneewolf: Stimme zu
Quereinsteiger*innen werden noch viele Jahre benötigt. Sie sind eine Bereicherung für die Schule, wenn sie so qualifiziert werden, dass sie fachlich und didaktisch den pädagogischen Standards entsprechen. Die Weiterbildungsangebote sowie das Beratungs- und Unterstützungssystem sind auszubauen.
Der Verfassungsschutz ist ein wichtiges Instrument und muss beibehalten werden.
Porträt Rainer Schneewolf
Position von Dr. Rainer Schneewolf: Lehne ab
Der Schutz der Verfassung muss dringend reformiert werden. Es muss ein unabhängiges, wissenschaftlich arbeitendes Institut zum Schutz der Verfassung beim Innenministerium eingerichtet werden. Solange er besteht, muss seine Kontrolle stark verbessert werden. Das V-Mann-Wesen lehne ich ab.
Die Listen der Parteien zur Landtagswahl müssen sich zu gleichen Anteilen aus Männern und Frauen zusammensetzen.
Porträt Rainer Schneewolf
Position von Dr. Rainer Schneewolf: Stimme zu
Die Verabschiedung des Paritätsgesetzes dieses Jahr ist ein großer Fortschritt. Die Listen der Grünen werden bereits grundsätzlich so gewählt, daher sollte es für andere Parteien ebenfalls machbar sein. Auch für die Listen zu Kommunalwahlen ist eine Gleichstellung anzustreben.
Das Land Brandenburg soll den Kohleausstieg wie geplant für 2038 anstreben.
Porträt Rainer Schneewolf
Position von Dr. Rainer Schneewolf: Lehne ab
Für die Ziele des Pariser Klimaabkommens ist ein erheblich früherer Ausstieg unabdingbar. Es sollte kein Dorf mehr abgebaggert werden. Die Lausitz braucht rasch Perspektiven alternativ zur Kohle. Bund, Land und Tagebaubetreiber sind hier in der Verantwortung für einen sozialen Strukturwandel.
Es soll ein verbindliches Lobbyregister geben, in dem u.a. Kontakte zwischen Lobbyist*innen und der Politik veröffentlicht werden.
Porträt Rainer Schneewolf
Position von Dr. Rainer Schneewolf: Stimme zu
Bereits 2013 wurde im Landtag ein Lobbyregister eingeführt. Seitdem hat es sich als wirksames Instrument in der Parlamentsarbeit erwiesen, zum Beispiel um den Kreis der Anzuhörenden in Ausschüssen genauer zu definieren. Möglichen Verbesserungen stehe ich offen gegenüber.
Brandenburg soll das Mobilfunknetz im Land selbst ausbauen, anstatt dies den Mobilfunkbetreibern zu überlassen.
Porträt Rainer Schneewolf
Position von Dr. Rainer Schneewolf: Neutral
Breitband- und Mobilfunkversorgung zählen für mich zur Daseinsvorsorge. Der Bund und ggf. das Land müssen für den Anschluss auch ländlicher – für die Wirtschaft unrentabler – Regionen sorgen. Ob durch Mobilfunkanbieter, durch eigene Maßnahmen des Landes oder Dritter: Am Ende zählt das Ergebnis.
Die Wiederansiedelung des Wolfs ist ein Erfolg für den Naturschutz in Brandenburg, sie sollten deshalb auch weiterhin nicht abgeschossen werden dürfen.
Porträt Rainer Schneewolf
Position von Dr. Rainer Schneewolf: Neutral
Die Rückkehr ist zu begrüßen. Erforderlich sind jedoch sachliche Aufklärung, kostenlose Beratung, die kostendeckende Förderung von Herdenschutz, volle und schnelle Entschädigung, ein Weidegeld von 38 € pro Mutterschaf. Problemwölfe sollen nach der Wolfsverordnung geschossen werden dürfen.
Für Ärzt*innen, die sich in ländlichen Regionen niederlassen, soll es verstärkt finanzielle Anreize geben.
Porträt Rainer Schneewolf
Position von Dr. Rainer Schneewolf: Stimme zu
Gerade in den ländlichen Räumen besteht großer Bedarf. Anreizsysteme können dabei sinnvoll sein, um die Versorgung vor Ort zu stärken. Das hängt aber sehr von der konkreten Gestaltung ab! Weder die Landärzt*innenquote noch Stipendien oder sonstige finanzielle Anreize sind ein Allheilmittel.
Es soll in Brandenburg mehr staatlich geförderte Programme gegen Rassismus und Antisemitismus geben.
Porträt Rainer Schneewolf
Position von Dr. Rainer Schneewolf: Stimme zu
„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ So beginnt unser Grundgesetz. In Deutschland darf niemand aus Gründen von Herkunft oder Religion diskriminiert oder gar bedroht werden. Soweit dies geschieht, muss dagegen angegangen werden. Programme gegen Rassismus und Antisemitismus gehören dazu.
Auf öffentlichen Flächen sollen weiterhin Herbizide wie Glyphosat eingesetzt werden, solange es keine effektiven Alternativen gibt.
Porträt Rainer Schneewolf
Position von Dr. Rainer Schneewolf: Lehne ab
Das Artensterben ist eine der größten Bedrohungen der Menschheit. Es wird durch Pestizide wie Glyphosat beschleunigt, das zudem im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Alternativen sind biologische Landwirtschaft oder im konventionellen Landbau gutes Feldmanagement und Rotationen der Fruchtfolge.
Nach 35 Beitragsjahren sollen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine Grundrente erhalten.
Porträt Rainer Schneewolf
Position von Dr. Rainer Schneewolf: Stimme zu
Für eine „Garantierente“ sollten sogar 30 Beitragsjahre reichen. Dazu zählen auch Zeiten der Kindererziehung oder Pflege, Schwangerschaft, Mutterschutz und Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit. Betriebliche oder private Renten sollten nicht auf die Garantierente angerechnet werden..
Zur Wirtschaftsförderung soll schnelles Internet bevorzugt für Unternehmen bereit gestellt werden, erst danach für Privatpersonen.
Porträt Rainer Schneewolf
Position von Dr. Rainer Schneewolf: Lehne ab
Für erfolgreiche Unternehmen ist eine gute digitale Infrastruktur unerlässlich. Diese wird nicht erreicht, indem man Gewerbe und Private gegeneinander ausspielt. Es ist eine sogenannte „Netzneutralität“ anzustreben, um alle Datenpakete gleichberechtigt durch das Netz zu leiten.
Der Anschluss des ländlichen Raumes an den ÖPNV soll Vorrang vor Investitionen ins Straßennetz haben.
Porträt Rainer Schneewolf
Position von Dr. Rainer Schneewolf: Stimme zu
ÖPNV ist Daseinsvorsorge und Klimaschutz. Der Anschluss des ländlichen Raums ist wesentlich für gleichwertige Lebensverhältnisse zwischen Städten und Dörfern. Busse im ländlichen Raum brauchen gute Straßen, aber keine teuren Umgehungsstraßen und Autobahnen.
Abgelehnte Asylbewerber*innen sollen konsequent in ihre Heimatländer zurückgeführt werden.
Porträt Rainer Schneewolf
Position von Dr. Rainer Schneewolf: Lehne ab
Grundsatz muss sein, dass Leben und Unversehrtheit der abzuschiebenden Person nicht gefährdet werden. Zudem sollte der Vollzug von Abschiebungen an Rechtsstaat und Menschenwürde ausgerichtet werden. Es gibt viele Abschiebehindernisse, die nicht den Asylsuchenden anzulasten sind.
Bei der Vergabe öffentlicher Aufträge sollen soziale und ökologische Aspekte künftig stärker beachtet werden, auch wenn es am Ende mehr kostet.
Porträt Rainer Schneewolf
Position von Dr. Rainer Schneewolf: Stimme zu
Billiger heißt nicht immer besser. Das Vergaberecht muss geändert, soziale und ökologische Kriterien aufgenommen werden. Von fairen Löhnen und nachhaltiger Beschaffung profitiert die Öffentlichkeit mehr als von kurzfristigen Einsparungen.
Gemeinden sollen künftig leichter verhindern können, dass Windräder in Anwohnernähe gebaut werden.
Porträt Rainer Schneewolf
Position von Dr. Rainer Schneewolf: Neutral
Aus Klimagründen ist ein weiterer Ausbau der Windkraft unverzichtbar. Der Schutz der Anwohner*innen ist dabei durch einen zwingenden Abstand von mindestens 1.000 m, ein Verbot der Umzingelung um mehr als 180° und durch Anpassung der Immissionsgrenzwerte an neueste Forschungen zu gewährleisten.
Der Besitz und Konsum von Cannabis soll legalisiert werden.
Porträt Rainer Schneewolf
Position von Dr. Rainer Schneewolf: Stimme zu
Die Drogenpolitik sollte grundlegend reformiert werden zugunsten von Prävention und Entkriminalisierung. Die Regulierung von Drogen soll sich an den tatsächlichen Risiken orientieren. Deshalb sollte der Cannabisvertrieb & -konsum in die staatliche Kontrolle geholt werden.

Über Dr. Rainer Schneewolf

Kurzfassung:

Studium von Deutsch und Französisch für das Lehramt an Gymnasien in Köln, Freiburg, Grenoble und West-Berlin. Abschluss: Staatsexamen und Promotion. Fünf Jahre Arbeit an der TU Berlin. Über Bürgerinitiativen­ar­beit Umorientierung in den Bereich Verkehr und Umwelt. Arbeit in einem Stadtforschungsinstitut. Gründung eines eigenen Verkehrsforschungs- und –planungsbüros. Planungen auf Gemeinde- und Landesebene. Auch Projekte für Bundesanstalt für Straßenwesen und Bundesver­kehrs­ministerium. Schwerpunkte: Lärm­min­de­rungs- und Luft­rein­haltepläne, Radverkehrs- und Parkraumkonzepte. Bei allen Projekten wurde auf größtmögliche Anwohner- und Umweltverträglichkeit geachtet.

Nach 2003 allmähliche, dann vollständige Verlagerung des Lebensmittelpunktes zu meiner Frau in die Prignitz. Hier nur noch kleine Projekte. Intensive Mitarbeit in den Bürgerinitiativen „Hochspannung tief legen“ zur Erdverkabelung einer geplanten 110-kV-Freileitung und „Gumtow gegen Tierfabrik“ gegen eine geplante Hühnchenmastanlage mit 400.000 Mastplätzen in der Nach­bar­gemeinde.

Politik: Ende der 70er Jahre Beitritt zur Alternativen Liste für Demokratie und Umweltschutz in West-Berlin, die später zusammen mit dem Bündnis 90 grüner Landesverband wurde. Wegen hoher beruflicher Beanspruchung nur passives Mitglied. In Plattenburg von 2009 bis zur diesjährigen Kommunalwahl über eine offene grüne Liste Mitglied der Gemeindevertretung Plattenburg und dort Vorsitzender des Ausschusses für Ordnung, Soziales und Umwelt.

Nun kandidiere ich, um zugleich die Interessen der Prignitzerinnen und Prignitzer zu vertreten und daran zu mitzuarbeiten, den Klimaschutz nachdrücklich voranzubringen, als Direkt­kan­di­dat von Bündnis 90 / Die Grünen für den Landtag.

Langfassung:

Aufgewachsen bin ich im Ruhrgebiet und studierte Deutsch und Französisch für das gym­na­siale Lehramt in Köln, Freiburg, Grenoble und West-Berlin. Nach dem Staatsexamen Wis­sen­schaftlicher Assistent am Institut für Kommunikationswissenschaften der TU Berlin.

Eine richtungsgebende Weiche für den weiteren Lebensweg (daher hier ausführlicher)  war der ‚Jahrhundert­win­ter‘ 1978/79, in dem die West-Berliner Stadtreinigung Unmengen von Salz auf die verschneiten Straßen der Stadt streute. Das führte zur Gründung der Bürger­ini­tiati­ve ‚Aktion Tausalz­stopp‘. Das Umweltbundesamt (UBA) hatte in seinem gerade erschie­nenen „Streu­salz­be­­richt“ hohe Schäden durch Salz an Materialien und insbesondere an Straßenbäu­men beklagt. Selt­sa­mer­weise war aber in der BRD noch nie der Zusammenhang zwischen Winterglätte und Un­fall­­ge­sche­hen näher unter­sucht worden. Um auf das Argument „Baum oder Mensch?“ antwor­ten zu können, korre­lier­te ich meteorologische Tages- und Unfalldaten zahlreicher Städte für meh­rere Winter mit­ein­ander und stellte durchweg fest, dass an Winterglättetagen zwar die Unfälle mit Sach­schä­den stark zu-, die Personenschäden aber deutlich abnahmen. Also nicht „Baum oder Mensch“, son­dern „Baum oder Blech“. Dies führte zu einer engen Zusammen­ar­beit mit dem Umweltbundesamt (UBA). Auf den Druck der Bürgerinitiative und vieler Tausend gesammelter Unterschriften ließ der West-Berliner Senat durch die TU Berlin in einem Versuch einen salzfreien Winterdienst untersuchen. Ergebnis: Der Ver­zicht auf Salz brachte keine Nachteile beim Unfallge­sche­hen. Daraufhin wurde West-Berlin in den Folgewintern weit­ge­hend salzfrei.

Nach Beendigung der auf fünf Jahre befristeten Assistentenzeit an der TU ging ich an’s In­sti­tut für Stadtforschung Berlin und erarbeitete dort im Auftrag des UBA und unterstützt durch den Verband Kommunaler Städtereinigungsbetriebe den „Winderdienstbericht“, eine Erhe­bung unter  211 Städten und Gemeinden zu den Erfah­run­gen, die sie in den Win­tern 1977/78 bis 1982/83 mit Änderungen im inner­ör­tlichen Winterdienst gemacht haben. Dazu 10 ausführliche Falldarstellungen. Die Ergebnisse sprachen sehr für die Möglichkeit ganz er­heb­licher Salz­re­duk­tio­nen im städtischen Winterdienst. Die Winterdienstdiskussion, an der ich mich mit Fachvorträgen und Beiträgen in Fachzeitschriften sowie im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz beteiligte, führte zu erheb­li­chen Anstrengungen der Indus­trie, salzsparende Techniken zu entwickeln, und bei den meis­ten Städten zu geänderten Ein­satzplänen. Eine bundesweite Erhebung wenige Jahre spä­ter ergab gegenüber dem ersten Winterdienstbericht etwa eine Halbierung des Salzeinsatzes pro Winterglättetag.

Am Institut für Stadtforschung arbeitete ich weiter im Bereich Verkehr und Umwelt, stellte parallel dazu meine an der TU begonnene literaturtheoretische Dissertation fertig und promovierte an der Uni Osnabrück. Schließlich gründete ich ein eigenes Verkehrsforschungs- und -planungsbüro. Dies erarbeitete Verkehrskonzepte für Städte, Landkreise und ein Bio­sphä­renreservat sowie das erste Radfernwanderwegenetz für Brandenburg (darunter die auch durch die Prignitz führende ‚Tour Brandenburg‘). Schwerpunkte waren Lärm­min­de­rungs- und Luft­rein­haltepläne, Radverkehrs- und Parkraumkonzepte. Auf der Bundesebene bearbeiteten wir Projekte für die Bundesanstalt für Straßenwesen und das Bun­des­ver­kehrs­mi­nisterium.  Bei allen Projekten achteten wir auf größtmögliche Anwohner- und Umweltverträglichkeit.

Nach 2003 allmähliche, dann vollständige Verlagerung des Lebensmittelpunktes zu meiner Frau in die Prignitz. Hier nur noch kleine Projekte: Für die Stadt Wittenberge ein Gutachten zu den zu erwartenden Lärm- und Abgasimmissionen der Stadt für zwei alternative Linienführungen einer A 14 (auf der Basis der damals zur Verfügung stehenden völlig überzogenen Verkehrsprognosen; Aussagen zu den grundsätzlichen Unterschieden bei den Emissionen ließen sich jedoch trotzdem machen).  Für den Fremdenverkehrs­ver­ein Pritzwalk die Beschilderungskonzeption für zwei Rad­wanderwege, in einem weiteren Projekt die Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Verkehrswegweisung und Erarbeitung der Grundlagen für eine neue touristische Wegweisung. Für Bad Wilsnack und Rühstädt  die touristische Wegweisung.

Ich war dann Gründungs­mit­glied und Sprecher der – nach einer Reihe von Jahren erfolgreichen - Bürgerinitiative ‚Hoch­spannung tief  legen‘. Deren Ziel war es, eine geplante 60 km lange 110-kV-Hoch­span­nungs­freileitung von Perleberg über Kyritz nach Wittstock unter die Erde zu bekommen. Hierzu mehrjährige Mitarbeit in dem von der Deutschen Umwelthilfe organisierten und vom Bundesumweltministerium unterstützten „Forum Netzintegration“. Dieses hatte die Funktion eines riesigen Runden Tisches, an dem alle Einrichtungen vertreten oder potenziell vertreten waren, die irgendwie mit dem Ausbau der Hoch- und Höchstspannungsnetze in Deutschland befasst waren, ob als Bundesnetzagentur, Netzbetreiber, Umweltverbände oder Bürger­ini­tia­tiven. In diesem Forum sowie seinem 20-köpfigen Steuerkreis habe ich, als einziger Vertreter von 110-kV-Bür­ger­initiativen, in zahlreichen Sitzungen über vier Jahre mitgearbeitet. Es wurden im Abstand von zwei Jahren zwei Berichte erstellt, in denen jeweils bundesweit u.a. die Erdverkabelung aller neu zu bauenden 110-kV-Leitungen gefordert wurde. Bundesregierung und –tag kamen dieser For­de­rung im Rahmen der durch die Atomkatastrophe von Fukushima angestoßenen Gesetzesänderungen durch eine Änderung des Energiewirtschafts­gesetzes weitgehend nach.

Die BI (etwa 12 Aktive mit einer Reihe von Aktionen) und ihre Ziele wurden in einem außerordentlichen Maße durch politische Entscheidungsträger aus West- und Ostprignitz unterstützt. Unter anderem durch eine Resolution, beraten und unterschrieben im Rahmen eines Runden Tisches vom Landrat der Prignitz, dem Vertreter des Landrats von Ostprignitz-Rup­pin, nahezu allen Bürgermeistern an der Trasse, einer Bundestagsabgeordneten, einer Landesministerin, mehreren Landtagsabgeordneten, Vertretern der Mehrheit der Kreistagspar­teien, Vertretern beider Kreisbauernverbände, einem Vertreter der Forst, einem Vertreter eines Umweltverbandes und drei Superintendenten der evangelischen Kirche. Diese Einmütigkeit empfinde ich heute als nahezu unglaublich. Es hat dann trotzdem noch sehr lange gebraucht, bis das Landeswirtschaftsministerium sich hinter das Gesetz stellte und den Netzbetreiber dazu bewegte, eine Erdverkabelungs­lö­sung zu betreiben. Leider ist es in der Prignitz bislang bei einer nur halben Erfolgsgeschichte geblieben: Es wehren sich zurzeit noch eine Reihe von Flächenbesitzern gegen eine Erdverkabelung auf ihrem Grund und Boden.

Als in der Nachbargemeinde Gumtow der Antrag für eine Hühnchenmastanlage mit 400.000 Plätzen, d.h. bei acht Durchgängen 3,2 Mio Hühnchen pro Jahr gestellt wurde, Mitarbeit in der Bürgerinitiative „Gumtow gegen Tierfabrik“. Die Genehmigungsbehörde lehnte die Anlage, die aus rechtlichen Gründen als zwei Anlagen beantragt war, ab, die Hälfte davon mittlerweile definitiv. Gegen die Ablehnung der anderen Hälfte klagt der Investor seit Jahren wei­ter.

1978 war ich der Alternativen Liste für Demokratie und Umweltschutz in West-Berlin beigetreten, die ab 1980 die Aufgaben eines Landesverbandes der Grünen wahrnahm. War aber nur passives Mitglied. Nach der Ummeldung in die Prignitz wurde ich hier Mitglied des Kreisverbands von Bündnis 90 / Die Grünen und kandidierte 2009 auf einer offenen grünen Liste für die Gemeindevertretung Plattenburg. In dieser war ich während zwei Wahlperioden Vorsitzender des Ausschusses für Ordnung, Soziales und Umwelt. Dort vor allem Bemühen, die Belastung von Anwohnern durch Windenergiean­lagen im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten so gering wie möglich zu halten. Außerdem habe ich mich mit einigem Erfolg bemüht, die Information und Beteiligung der Bürger an wichtigen Entscheidungen der Ge­mein­de­vertretung zu erweitern (alle Sitzungsprotokolle von Gemeindevertretung und Ausschüssen werden ins Netz gestellt; im OSU-Ausschuss durften Bürger sich an allen öffentlichen Tagesordnungspunkten beteiligen, d.h. wurden nicht auf den TOP „Bürgersprechstunde“ be­schränkt; städtebauliche Verträge werden so weit wie gesetzlich zulässig öffentlich beraten).

Alle Fragen in der Übersicht
# Umwelt 25Aug2019

(...) Hallo Herr Schneewolf, welche Vorstellungen haben sie, den Verkehr in der Prignitz umweltfreundlicher zu gestalten? Unter Berücksichtigung von Pendlern, Demografie u.ä.. (...)

Von: Unaf-Wbnpuvz Znagurl

Antwort von Dr. Rainer Schneewolf
DIE GRÜNEN

(...) Es sollte eine Freude sein, möglichst viele Wege zu Fuß zurückzulegen. Das ist die gesündeste, gesündestesreichste und kommunikativste Weise, sich zu bewegen. (...)

# Umwelt 23Aug2019

(...) Immerhin gab es bis dato noch keine registrierte Gefährdung von Menschen und ungeschützte Weidetierhaltung ist nun mal ein einladendes Buffett für einen Wolf. Sind sie diesbezüglich für strengere Richtlinien einen Wolf zu einem Problemwolf zu erklären und ihn damit für trophäengeile Jäger zum Abschuss frei zu geben? Oder reicht ihnen die aktuelle Kategorisierungen? (...)

Von: Wrffvpn Pmvbzre

Antwort von Dr. Rainer Schneewolf
DIE GRÜNEN

(...) Das Thema muss unbedingt so weit wie möglich rational behandelt werden. Dass es unter den Bewohnern von Gebieten mit einem Wolfsrudel Ängste gibt, ist so, auch wenn man darauf hinweisen kann, dass seit der Besiedlung durch den Wolf in Deutschland noch keiner Person durch ihn etwas passiert ist. (...)

# Umwelt 23Aug2019

Dürre, Trockenheit, Wasserknappheit, Ernteausfälle, Waldbrände, Waldsterben, Orkane - was würden Sie für den Klimaschutz in Brandenburg tun, falls Sie gewählt werden?

Von: Wöet Zngguér

Antwort von Dr. Rainer Schneewolf
DIE GRÜNEN

(...) Es führt also auch für Koalitionsparteien, für die Klimaschutz in ihrer politischen Praxis bisher keinen Spitzen­rang hatte, kein Weg an einem solchen Programm/Gesetz vorbei. Wie Angela Merkel auf einer Frak­tionssitzung der Union im Mai sagte, darf es bei den Anstrengungen zum Klima­schutz kein „Pillepalle“ mehr geben. Es müssten Beschlüsse gefasst werden, die zu „disrupti­ven Ver­än­de­rungen“ führen. (...)

(...) Warum lassen Sie als Kandidat es zu, dass Ihre Partei einen ganzen Wirtschaftszweig an den Pranger stellt? Auf den Wahlplakaten ihrer Partei wird der Anschein erweckt , dass alle Landwirte Tierquäler sind und mit Pestiziden alles vergiftet wird. Ist das ihre Meinung und die Realität? (...)

Von: Puevfgvan Fgrggva

Antwort von Dr. Rainer Schneewolf
DIE GRÜNEN

(...) Das zusammen signalisiert: Zur notwendigen Erneuerung von Brandenburg gehört eine Tierhaltung mit gesetzlichen Rahmen- und Förderbedingungen, die tierquälende Halteverhältnisse möglichst ausschließen. Und um u.a. (...)

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4 Fragen beantwortet
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