Werden Sie sich für die Psychotherapeuten einsetzen?
Sehr geehrter Herr Rotfuß,
der Beschluss der Kürzung unseres Honorars von letzter Woche ist definitiv ein sehr bedenklicher. Er ist ein Zeichen der Entwertung unserer Expertise, der langen, teuren Ausbildung, der kontinuierlichen Arbeit im Alltag sowie ein Ignorieren der Bedürfnisse und Erkrankungen von Patienten, die sich täglich in Not an uns wenden, in der Hoffnung, Unterstützung und Hilfe zu bekommen. Ich habe nicht gedacht, dass ich mal um Unterstützung bitten müsste. Wir helfen Menschen, die in Not oder gar suizidal sind. Jetzt kommt eine Kürzung des Honorars. Mit welcher Begründung, ist mir nicht deutlich geworden. Mit einer Kürzung werden die Menschen nicht "gesünder" und es können dadurch auch nicht mehr Menschen psychotherapeutisch versorgt werden. Wenn Sie einen Sinn in der Arbeit von uns Therapeuten sehen, möchte ich Sie freundlich bitten, sich für unsere Belange wie auch für die Bedürfnisse der Menschen einsetzen. Mit freundlichen Grüßen, DP M. S.
Sehr geehrte Frau S.
als AfD-Fraktion sehen wir unsere erste Aufgabe darin, dafür zu sorgen, dass der Kreis der Nutznießer unseres Gesundheitssystems möglichst weitgehend auf jenen Personenkreis begrenzt wird, der auch durch entsprechende Beitragszahlungen zu dessen finanzieller Stabilität beigetragen hat.
Die von Ihnen genannten Kürzungen der Honorare für Psychotherapeuten sind nur in dem Zusammenhang zu sehen, dass mit dem Gesundheitssystem massiv Raubbau getrieben wurde, indem immer mehr Leistungsempfänger einem kaum vergrößerten Kreis von Beitragszahlern gegenüber gestellt wurden.
Wir halten diese Kürzung für unangebracht, da sie offensichtlich nicht mit einer verringerten Leistungsfähigkeit von Psychotherapeuten in Verbindung gebracht werden kann, sondern lediglich eines von vielen Notpflastern zum Retten eines aus den Fugen geratenen Gesundheitssystems ist.
Mit freundlichen Grüßen,
Rainer Rothfuß
