Was spricht für die geplanten Kürzungen am gebundenen Ganztag und wie können sie noch verhindert werden?
Sehr geehrte Frau Partoshoar,
ich bin Vater eines Kindes an der Theodor-Haubach-Schule in Altona und mache mir große Sorgen wegen der geplanten Änderungen und Kürzungen am gebundenen Ganztag.
Nach den derzeitigen Planungen sollen Lehrkräftestunden und Honorarmittel im Ganztag der Grundschulen weitgehend entfallen. Damit drohen weniger individuelle Förderung, weniger Lernzeit und weniger kostenfreie Bildungsangebote für unsere Kinder.
Schon heute gibt es immer wieder Engpässe bei den Lehrern und betreuenden Sozialpädagogen. Es ist für mich schwer begreiflich, wieso hier noch weiter gespart werden soll.
Was ist Ihre Haltung hierzu? Und wie werden Sie sich bei der Abstimmung verhalten?
Mit freundlichen Grüßen,
Krischan J.
Dass die geplanten Anpassungen im Ganztag bei Ihnen als Vater an der Theodor-Haubach-Schule Verunsicherung auslösen, verstehe ich gut. Wer erleben muss, dass im Schulalltag schon heute Vertretungsnotstände und Engpässe bestehen, hinterfragt verständlicherweise jede Veränderung bei den Ressourcen.
Auch uns ist bewusst, dass die Schulbehörde in dem jetzt sehr angespannten Haushalt ihren Beitrag wird leisten müssen. Dies darf aber keinesfalls zulasten funktionierender Strukturen und dem Recht der Kinder auf vielfältige Bildung gehen. Mir persönlich ist das Thema Chancengerechtigkeit schon allein aufgrund meiner eigenen Biografie eine Herzensangelegenheit: Der Schulerfolg darf niemals vom Geldbeutel der Eltern abhängen.
Die gesonderten Lehrer*innenstunden für Inklusion sowie für die Sprach- und Lernförderung bleiben von den Anpassungen der Betreuungspauschale ausgenommen und werden den Schulen weiterhin gezielt zugewiesen.
Die Umstellung bedeutet auch, dass die Nachmittagsbetreuung künftig primär über Erzieher*innen abgedeckt wird, die an Hamburger Schulen einen eigenständigen, wertvollen Bildungsauftrag erfüllen. Wichtig war mir jedoch, dass den Schulen über die Umwandlung von Stellenanteilen in Honorarmittel und den gezielten Einsatz von Lehrkräften in Förderstunden die nötige Flexibilität für ihre Kurse erhalten bleibt.
Damit wir im Parlament auf der Grundlage echter Schulpraxis entscheiden, haben wir als Grüne der Ansetzung einer öffentlichen Anhörung im Schulausschuss explizit zugestimmt. Diese findet am 7. Oktober 2026 um 17 Uhr im Festsaal des Hamburger Rathauses statt. Die dort eingehenden Rückmeldungen von Schulleitungen, Fachkräften und Eltern sind für unsere finale Bewertung im Haushaltsausschuss und in der Bürgerschaft maßgeblich.
Ausführliche Antworten zu weiteren Einzelfragen habe ich transparent auf meiner Website aufgeführt (https://parica-partoshoar.de/qa-zum-ganztag-an-hamburger-grundschulen/).
Mit freundlichen Grüßen
Parica Partoshoar

