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Otto Hoffmann
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Frage von Frank M. •

Frage an Otto Hoffmann von Frank M. bezüglich Wirtschaft

Hallo Herr Hoffmann,

mir fällt auf, dass Sie als einer von ganz wenigen Kandidaten im Bezirk mit einem positiven Zukunftsthema antreten: Innovationen.

Meinen Sie, dass der Bezirk noch mehr aus seinen Potenzialen - Hochschulen, Forschungsinstituten, den Clustern Biotechnologie und Automobilzulieferer (nicht zu vergessen das Meilenwerk, dort freut man sich schon auf die angekündigte "Umweltzone")- machen könnte?

Bei manchen Kandidaten hier habe ich dagegen eher den Eindruck, dass sie den Bezirk still legen wollen (Abkopplung vom Regional- und Fernverkehr, rote Ampelwellen, Umweltzone, Parkraumbewirtschaftung).

Viele Grüße

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Antwort von
FDP

Sehr geehrter Herr Muschalle,

vielen Dank für Ihre Frage, die eigentlich Anlass sein könnte weitgehende Ausführungen zur derzeitigen Wirtschafts- und Technologiepolitik zu machen. Ich werde versuchen mich kurz zu fassen und die aus meiner Sicht wichtigsten Punkte anzusprechen.

Es ist in der Tat so, dass derzeit durch aktuelle politische Entscheidungen innovative Unternehmer eher abgeschreckt werden sich in unserer Stadt anzusiedeln oder Unternehmen zu erweitern. Moderne Unternehmen leben davon, dass sie schnell und zuverlässig erreichbar sind.

Hier stört mich die seit Jahren andauernde Flughafendiskussion, die immer damit beginnt, erst vorhandene Kapazitäten möglichst schnell still zu legen, bevor neues gebaut und funktionsfähig ist. Dies vermindert unsere Standortqualität und verschreckt Investoren. Das gleiche gilt für das Eisenbahnkonzept. Eine Stadt der Fläche Berlins kann nicht durch nur einen Knotenbahnhof erschlossen werden. Hier gilt es ohne ideologische Scheuklappen kundenorientiert vorhandene Bahnhöfe wie Charlottenburg, Zoologischer Garten, Ostbahnhof u.a. mit in ein Konzept der kurzen Wege in den Fern- und Regionalverkehr zu integrieren.

Ihre Anmerkung zu roten Ampelwellen, sog. Umweltzonen und überflüssiger Parkraumbewirtschaftung teile ich. Berlin hat gegenüber anderen Großstädten zur Zeit noch einen Mobilitäts-Vorteil, der nicht durch sinnlose ideologiebehaftete politische Maßnahmen zerstört werden darf. Mobilität für Menschen und Güter ist ein wichtiger Standortvorteil, den wir noch in weiten Teilen unserer Stadt haben und den wir ausbauen müssen. Wir müssen natürlich auch diesen Standortvorteil nach außen deutlich machen, ganau dieses versäumt der derzeitige Senat. Im übrigen ist ein gut gestalteter Verkehrsfluß auch umweltfreundlich. Dauernder Stop und Go Verkehr erzeugt mehr Abgase und mehr gesundheitsschädlichen Feinstaub.

Gerade unser Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf mit der Technischen Universität, der UdK, diversen Forschungsinstituten und vielen Gewerbebetrieben darf nicht durch "Umweltzonen" und Straßenrückbau z.B. von Bismarckstrasse und Kaiserdamm künstlich schwer erreichbar gemacht werden. Aktivitäten wie das Meilenwerk in Mitte (Tiergarten) müssen sich weiterhin in der Innenstadt ansiedeln können. Die Berliner Mischung von Gewerbe und Wohnen ist ein erhaltenswerter Standortvorteil.

Hier zeigt sich, dass innerstädtische alte Industriegebiete mit neuem Inhalt gefüllt werden können. Ich bin der Überzeugung, dass auch neue innovative gewerbliche Ansiedlungen in diesen Bereichen möglich sind. Gerade der Transfer von technischen und naturwissenschaftlichen Forschungsergebnissen in wirtschaftliche Unternehmen kann hier stattfinden. Diese einzigartigen Möglichkeiten sind ebenfalls eine besondere Chance für neue Arbeitsplätze in Berlin. Allein der Traum von einer Dienstleistungsstadt ohne Industrie reicht nicht aus, um aus Berlin und seinem Umland wieder eine prosperierende Region zu machen.

Forschungsergebnisse in Wirtschaftsaktivitäten umzusetzen muß erstrangiges strategisches Ziel des neuen Senats werden. Hier sehe ich eine herausragende Aufgabe gerade für meine Partei die FDP.

Mit freundlichen Grüßen

Otto Hoffmann