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Orkan Özdemir
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Frage von Johanna S. •

​Sie antworten nicht zu Güner Balcis Lanz-Auftritt. Wie positionieren Sie sich stattdessen inhaltlich zu israelbezogenem Antisemitismus in Berlin?

Sehr geehrter Herr Özdemir!

Der Auslöser: Bei „Markus Lanz“ (16.06.2026) warnten Güner Balci und Sascha Adamek vor der Unterwanderung politischer Institutionen durch islamistische Strukturen in Berlin.

​Ihre Reaktion: Sie teilten auf Instagram einen Gastbeitrag (Berliner Zeitung, 17.06.2026), der diese Warnungen scharf angriff.

​Ihr Ausweichen & Framing: Auf meine Bürgeranfrage, wie Sie zu israelbezogenem Antisemitismus stehen, gingen Sie inhaltlich mit keinem Wort ein. Stattdessen diffamierten Sie meine Sachkritik als „höchstbedenklich“. Mit dieser haltlosen Unterstellung rücken Sie mich zwischen den Zeilen in die Nähe des rechten Spektrums, um mich mundtot zu machen und von der Debatte abzulenken.

​Anstelle eines offenen Austauschs verweigern Sie den Dialog zu realem Antisemitismus. Wie begründen Sie Ihr Schweigen und dieses Framing?

BITTE UM BEGRÜNDUNG UND ANTWORT. VIELEN DANK IM VORAUS!

MIT FREUNDLICHEN GRÜßEN

JOHANNA S.

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Antwort von SPD

Hallo Frau S.,


ich finde es bemerkenswert, wie Sie versuchen den Kommentar von besagter Person in der Berliner Zeitung umzudeuten und zu suggerieren es würde um Antisemitismus gehen. In Wahrheit geht es in dem Kommentar um die Frage des Antimuslimischen Rassismus und die Verallgemeinerung im Kontext von Muslimen. Hier wird die Kritik geäußert dass Gäste in der Lanz Sendung praktisch antimuslimischen Rassismus nicht anerkannt haben. 

Damit Sie es verstehen: 


Antimuslimischer Rassismus (AMR) bezeichnet eine Form von Rassismus, bei der Menschen aufgrund ihrer tatsächlichen oder zugeschriebenen muslimischen Religionszugehörigkeit diskriminiert, abgewertet und ausgegrenzt werden.

Kernelemente der Definition ist Zuschreibung statt Bekenntnis: Entscheidend ist nicht, ob jemand tatsächlich Muslim ist oder wie er seinen Glauben praktiziert. Die Diskriminierung trifft Menschen aufgrund äußerlicher Merkmale, Namen, Herkunft oder kultureller Prägung, unabhängig von ihrer tatsächlichen Religiosität.

Rassifizierung von Religion: Religion wird dabei wie eine unveränderliche, biologisch oder kulturell vererbte Eigenschaft behandelt. Der Islam wird nicht als Glaubensrichtung, sondern als wesenhaftes Merkmal einer als homogen konstruierten Gruppe verstanden.

Strukturelle Dimension: Antimuslimischer Rassismus ist nicht nur eine Frage individueller Vorurteile, sondern manifestiert sich in gesellschaftlichen Institutionen, Medien, Politik und Recht, etwa durch racial profiling, Ungleichbehandlung auf dem Arbeitsmarkt oder diskriminierende Gesetzgebung.


Liebe Frau S., ich würde mich freuen wenn Sie es unterlassen würden "subtil" oder auch weniger subtil, Menschen Antisemitismus zu unterstellen basierend auf einem Meinungskommentar in einer Zeitung, welcher sich hauptsächlich mit AMR beschäftigt. Bei mir entsteht der Eindruck dass Sie das Leid diskriminierter Menschen versuchen aufzuwiegen, indem sie AMR ignorieren und auf Antisemitismus rekurrieren. 

Ich gehöre zu den ganz wenigen Abgeordneten in Berlin die sich nicht scheuen an Schulen mit Schüler*innen über den Nahost-Konflikt zu diskutieren. Ich habe jedoch eine Grundregel, die alle Schulklassen die mit mir diskutieren wollen akzeptieren müssen:

  1. Das Existenzrecht Israels ist unantastbar.
  2. Die Palästinenser*innen haben ein Recht auf einen eigenen Staat.
  3. Die Hamas ist eine Terrororganisation.

    letztendlich helfen Verallgemeinerungen und Gruppenvorurteile gegenüber Juden, Muslimen und jeder anderen Gruppe niemandem weiter. Wenn man in Berlin lebt gehört man zur Stadtgesellschaft. Wir sind alle Berliner*innen. Und wir tragen Konflikte aus anderen Regionen nicht auf unseren Straßen aus.  Das war, ist und bleibt meine Haltung. Und mit Verlaub...ganz egal ob es Ihnen passt oder nicht. 

    Mit freundlichen Grüßen


 

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