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Ole Krüger
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Frage von Matthias M. •

Bundesregierung strebt 30 % Bio-Fläche bis 2030. Welche Position beziehen Sie zu dieser Zielrichtung?

Sehr geehrter Herr Krüger,

Die Bundesregierung strebt 30 % Bio-Fläche bis 2030 an – MV liegt derzeit bei 14,9 %. Um diese Lücke zu schließen, gilt Agri-Photovoltaik als vielversprechend. Um sie wirklich nachhaltig zu gestalten, wird zunehmend die Ausrichtung an Cradle-to-Cradle (C2C)-Prinzipien gefordert, inklusive der Anerkennung als Ausgleichsmaßnahme, was eine länderübergreifende Arbeitsgruppe aktuell vorbereitet .

Befürworten Sie C2C-konforme Agri-PV als Instrument zur Steigerung des Bio-Anteils in MV?

Welche konkreten Schritte (Flächen, Förderung, Planungsrecht) wollen Sie unternehmen, um Sachsen hierbei als Vorreiter zu positionieren?

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Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Lieber Herr M.

Ja, C2C-konforme Agri-PV ist ein sinnvoller Ansatz, und MV hat die Voraussetzungen, damit ernsthaft voranzugehen.

Mecklenburg-Vorpommern muss den Anteil des Ökolandbaus deutlich erhöhen. Gleichzeitig wollen wir erneuerbare Energien so ausbauen, dass Flächen möglichst effizient genutzt werden. Agri-PV bietet dafür große Chancen: Landwirtschaft und Energieerzeugung finden auf derselben Fläche statt, statt miteinander um Fläche zu konkurrieren.

Drei konkrete Schritte wollen wir angehen:

 1. Planungsrechtliche Hürden abbauen.

Unser Wahlprogramm sieht ausdrücklich vor, Agri-PV durch klare Rahmenbedingungen zu fördern. Wir wollen Genehmigungsverfahren beschleunigen und mit einem landeseinheitlichen Wind- und Solar-Erlass für verlässliche Regeln sorgen. Agri-PV darf nicht an Vorgaben scheitern, die der besonderen Mehrfachnutzung dieser Anlagen nicht gerecht werden.

 2. Kreislaufwirtschaft bei der Förderung mitdenken.

Bei Pilot- und Modellprojekten wollen wir Kriterien wie Rückbaubarkeit, langlebige und recyclingfähige Materialien sowie den Schutz der Bodengesundheit stärker berücksichtigen. C2C-Prinzipien können dabei ein sinnvoller Qualitätsmaßstab sein. So verbinden wir Energiewende, Landwirtschaft und Kreislaufwirtschaft.

 3. Naturschutzrechtliche Anerkennung rechtssicher voranbringen.

Wir wollen uns aktiv an der länderübergreifenden Klärung beteiligen, unter welchen Voraussetzungen ökologisch besonders hochwertige Agri-PV-Anlagen als Ausgleichs- oder Kompensationsmaßnahmen berücksichtigt werden können. Entscheidend muss die tatsächliche ökologische Leistung einer Anlage sein. Eine solche Regelung kann zusätzliche wirtschaftliche Anreize für besonders naturverträgliche Projekte schaffen.

 Zur Grundsatzfrage: C2C-Prinzipien können Agri-PV ökologisch besser und langfristig nachhaltiger machen. Wenn Anlagen von Anfang an auf Rückbau, Wiederverwendung und Kreislauffähigkeit ausgelegt sind und gleichzeitig die landwirtschaftliche Nutzung erhalten bleibt, ist das genau die Art von Mehrfachnutzung, die wir fördern wollen.

 Für uns ist Agri-PV dabei kein Ersatz für eine aktive Ökolandbaupolitik, sondern ein zusätzlicher Baustein. Wir wollen den Ökolandbau verlässlich fördern, Ökomodellregionen aufbauen und die Nachfrage nach ökologischen Produkten stärken. Gleichzeitig wollen wir Mecklenburg-Vorpommern zum Vorreiter bei einer intelligenten Verbindung von Landwirtschaft und erneuerbaren Energien machen.

Vielen Dank für Ihre Frage!