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Nicole Hess
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Frage von Olaf M. •

Was bedeutet Ihnen der heutige Gedenktag, 27. Januar, und wie können Sie diesen angemessen würdigen?

Sehr geehrte Frau Hess,

heute, am 27. Januar, dem internationalen Gedenktag an die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz, gedenken wir der über eine Million Menschen, die dort von Deutschen und ihren Kollaborateuren ermordet wurden – Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, Zeugen Jehovas, Homosexuelle, politische Gefangene, Widerstandskämpfer, kranke und behinderte Menschen sowie Millionen verschleppte Slawen und Zwangsarbeiter.

Vor diesem historischen Hintergrund möchte ich Sie fragen:

Wie gehen Sie als Repräsentantinnen und Repräsentanten einer Partei, deren Rhetorik und Geschichtsverständnis immer wieder in der Nähe von Relativierungen der Nazi-Verbrechen zu verorten ist, mit der Verantwortung um, an diesen Tag würdevoll und glaubwürdig zu erinnern?

Halten Sie es angesichts der von Ihrer Partei angeführten „Schuldkult“ und „erinnerungspolitische Wende“ ein ehrliches Gedenken an die Opfer des Holocaust für möglich? Wie halten Sie es persönlich?

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Antwort von AfD

Werter Herr M.,

der 27. Januar ist für mich ein Tag des stillen und würdevollen Gedenkens an die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen. Die industrielle Ermordung von Millionen Menschen, insbesondere der europäischen Juden, ist historisch eindeutig belegt, moralisch unbestreitbar und in keiner Weise relativierbar.

Gedenken bedeutet Verantwortung gegenüber der historischen Wahrheit und Respekt gegenüber den Opfern. Diese Verantwortung gilt unabhängig von parteipolitischen Zuschreibungen. Ich weise die Unterstellung zurück, ehrliches Erinnern sei nur innerhalb eines bestimmten ideologischen Rahmens möglich.

Kritik an Formen der Erinnerungspolitik bedeutet keine Relativierung der nationalsozialistischen Verbrechen. Sie richtet sich gegen politische Instrumentalisierung, nicht gegen das Gedenken selbst. Die Anerkennung historischen Unrechts schließt eine sachliche Debatte über Erinnerungskultur ausdrücklich ein.

Für mich persönlich soll Erinnerung aufklären, mahnen und verbinden – nicht moralisieren oder spalten. Der 27. Januar ist kein Tag für parteipolitische Vorwürfe, sondern ein Tag der Menschlichkeit und der historischen Verantwortung.

Mit respektvollen Grüßen 

Nicole Hess 

 

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