Monika Hohlmeier
CSU

Frage an Monika Hohlmeier von Oreaq - Trbet Teüarjnyq bezüglich Soziale Sicherung

02. Juli 2013 - 21:54

Wir, die Kolping Solidargemeinschaft e.V. sind partnerschaftlich mit der örtlichen Caritas/Tasnad verbunden.

In unseren Gesprächen wird regelmäßig darauf hingewiesen doch Gelder vom Dachverband Caritas/Rumänien zu beantragen.

Die Antwort ist gleichlautend "Wie bekommen nichts".

Es hat den Anschein als würde der autarke Verband Caritas/Rumänien ohne Subventionen auskommen, was mir bei der wirtschaftlichen Lage des Landes einleuchten, jedoch bei den vor Ort betriebenen Einrichtungen merkwürdig erscheint.

Damit wir bei zukünftigen Gesprächen mit den übergeordneten Stellen der Caritas über Hintergrundinformationen verfügen unsere Frage:

Bekommt die Caritas/Rumänien EU Gelder? Wenn ja, in welcher Höhe.

Für Ihre Mühe danken wir und verbleiben

mit freundlichen Grüßen aus Lahnstein

Bernd Grünewald, Vorsitzender

Kolping Solidargemeinschaft

"Menschen in Not" e.V.

Frage von Oreaq - Trbet Teüarjnyq
Antwort von Monika Hohlmeier
02. August 2013 - 15:04
Zeit bis zur Antwort: 1 Monat

Sehr geehrter Herr Grünewald,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage über www.abgeordnetenwatch.de. Gerne habe ich mich für Sie bei verschiedenen Stellen der Caritas erkundigt:

Das internationale Caritaswerk hat über 165 katholischen Organisationen weltweit und sein Hauptsitz ist die Caritas Internationalis mit Sitz im Vatikan. Der Bereich finanzielle Förderung liegt jeweils im Zuständigkeitsbereich der Caritas-Organisationen in den einzelnen Ländern, in Ihrem Fall also bei der Confederatia Caritas Romania in Bukarest.

Die Confederatia Caritas Romania ist eine Netzwerkorganisation, die die verschiedenen Caritas Organisationen in Rumänien vereint und sich in den Bereichen Lobbying, Anwaltschaft und Sozialpolitik engagiert. Die Frage, ob die Caritas Rumänien ihre örtlichen Organisationen örtlich unterstützt, kann Ihnen nur die Caritas Tasnad selbst beantworten.

Grundsätzlich sind Förderungen einzelner Projekte der Caritas durch die EU möglich. Eine Anfrage bei der Caritas Europa in Brüssel, dem Dachverband der Caritas in Europa, hat ergeben, dass einige Projekte und Kurse in Rumänien durch den Europäischen Solidaritätsfonds (ESF)gefördert werden, die Höhe der Förderungen aber relativ gering sei. Allerdings haben Nachforschungen der Caritas Europa gezeigt, dass im Zeitraum 2007-2013 lediglich 19 % des Gesamtbetrages für Rumänien aus dem ESF abgerufen wurden. Es haben sich in Rumänien erhebliche Probleme in der ordnungsgemäßen Verwendung und Handhabung von Geldern ergeben.

Meine Recherchen haben ergeben, dass die Caritas in Tasnad, mit der Ihr Verein partnerschaftlich verbunden ist, zur Catolica Oradea, einer katholischen Organisation der Caritas mit Hauptsitz in Oradea, gehört. Diese Organisation hat in ihrem Jahresbericht 2011 Sponsoreneinnahmen in Höhe von 25.600 Euro und Einnahmen durch Subventionen in Höhe von 70.800 Euro ausgewiesen, d.h. dass für einzelne Projekte Förderungen bereitgestellt wurden. Die Höhe oder die Herkunft der Mittel wurde allerdings nicht angegeben.

Für die Caritas Deutschland sind die Zahlen im Jahresbericht detailliert aufgeführt: Das katholische Hilfswerk der deutschen Caritas für Not- und Katastrophenhilfe, die Caritas International, arbeitet weltweit auf enger Basis mit den 165 nationalen Caritas-Organisationen zusammen. Das deutsche Hilfswerk hat von der Europäischen Union im Jahr 2012 Fördermittel in Höhe von 1,75 Millionen Euro erhalten, das entspricht 3,47 % des gesamten Budgets. Im Jahr 2012 hat die deutsche Caritas International auch ein Projekt in Rumänien unterstützt und den Bau der Kinderkardiologie der Herzklinik in Tirgu-Mures mit 15.163 Euro mitfinanziert.

Förderungen der Caritas durch europäische Programme sind also möglich. Entsprechende Anträge für Projekte, die gemäß den Vorgaben der EU-Fonds möglich sind, können durch die Caritas in Rumänien beantragt werden.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesen Informationen weiterhelfen konnte und wünsche Ihnen und Ihrem Verein weiterhin alles Gute für die Zukunft.

Mit den besten Grüßen

Monika Hohlmeier

Mitglied des Europäischen Parlaments