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Marino Freistedt
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Frage von Bianca W. •

Frage an Marino Freistedt von Bianca W. bezüglich Wissenschaft, Forschung und Technologie

Sehr geehrter Herr Freistedt,

unter dem Titel "Scheuerl manövriert Initiative mit NS-Vergleich ins Abseits" kann man auf den Webseiten der CDU-Hamburg eine Pressemitteilung finden, in der sie Herrn Scheuerl bewusste Falschaussagen bei der gescheiterten Schulreform vorwerfen:

http://www.cdu-hamburg.de/deutsch/2996/91/72/27006/pressemitteilung.html

Wie kann es sein, dass Herr Scheuerl trotzdem bei dieser Bürgerschaftswahl einen sicheren Listenplatz der CDU erhält?

Gruß B. Wendt ...

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Antwort von
CDU

Sehr geehrter Frau Wendt,

ich bedanke mich für Ihre Frage vom 22.1.2011. In der Tat halte ich einen Vergleich zwischen der Intention und dem Inhalt der zur Volksabstimmung stehenden Primarschule mit der Schulstruktur des NS-Regimes für nicht gegeben.

Die Entscheidung, Herrn Dr. Scheuerl als parteilosen Bewerber auf einen Listenplatz der CDU-Landesliste zu setzen, ist vom Parteivorstand gebilligt und von der Landesdelegiertenkonferenz in einer geheimen Abstimmung mit Mehrheit getroffen worden. Auch wenn ich mich in der Primarschuldebatte deutlich anders und akzentuierter als Herr Dr. Scheuerl zur Schulreform geäußert habe, so respektiere ich den Volks- entscheid. Durchgesetzt hat sich beim Volksentscheid die Initiative "Wir-wollen-lernen" mit Herrn Dr. Scheuerl an der Spitze.

In den vergangenen zwei Monaten haben CDU-Mitglieder, darunter auch ich als Sprecher der CDU-Fraktion, mit Herrn Dr. Scheuerl Gespräche geführt, deren Ergebnis Herrn Dr. Scheuerl zweifelsfrei als eine demokratisch gesinnte Persönlichkeit aufzeigt. Die Initiative "Wir-wollen-lernen" hat im Gegensatz zu anderen Meinungen keinen Absolutheitsanspruch auf ein einziges Schulsystems gestellt, sondern neben dem achtjährigen Gymnasium auch andere Schulformen respektiert.

Einige Kritiker von Herrn Dr. Scheuerl haben in der Vergangenheit allerdings die "Eine-Schule-für-alle" gefordert und damit offenbar auch bewusst - aus pädagogischen Gründen - sich einem "Einheitsschulsystem" gegenüber nicht verschlossen gezeigt.

Die deutsche Geschichte des 20. Jahrhundert zeigt aber, dass der Anspruch auf Ausschließlichkeit eines Bildungssystems nicht zu pluralistischen und demokratischen Gesellschaftsformen geführt hat.

Mit freundlichen Grüßen
Marino Freistedt MdHB