Ich möchte eine Anpassung der kalten Progression, um eine Steuererhöhung zu vermeiden. Wie stehen die dazu ?
Sehr geehrter Herr W.,
mit Ihrer Frage zur „kalten Progression“ greifen Sie ein hochaktuelles und kontrovers diskutiertes Thema auf.
Im September 2026 steht die geplante Reform der Einkommensteuer im Fokus der deutschen Bundes- und Landespolitik, wobei der Umgang mit der kalten Progression heftig umstritten ist.
Ich befürworte den Abbau und Ausgleich der kalten Progression, um eine schleichende Steuererhöhung für die Bürgerinnen und Bürger zu verhindern. Deshalb plädiere ich mit vielen meiner Parteikolleginnen und Parteikollegen in Land und Bund für eine Nachbesserung des aktuellen Entwurfs zu den Steuerplänen von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD), da dieser die Inflation nicht ausreichend berücksichtigt und somit de facto einer Steuererhöhung gleichkommt.
Vielmehr braucht gerade die arbeitende Mitte eine Entlastung, damit sich Mehrarbeit und Leistungsbereitschaft finanziell überhaupt noch lohnen. Unser Ziel ist es, dass Lohnerhöhungen und Kaufkraft bei den Bürgern, Familien sowie kleinen und mittelständischen Betrieben verbleiben, statt durch die Progression direkt vom Staat abgeschöpft zu werden. Dies ist auch seit Jahren die Forderung der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der CDU, die betont, dass das Geld aus der kalten Progression dem Staat nicht zusteht und die Steuerzahler spürbar entlastet werden müssen.
Kurzum: Wir brauchen eine Anpassung des Steuertarifs an die Inflation und keine Steuererhöhung durch die Hintertür. Wenn Löhne nur steigen, um die Inflation auszugleichen (ohne reale Kaufkraftsteigerung), führt das progressive Steuersystem dazu, dass Bürger in höhere Steuersätze rutschen und am Ende mehr bezahlen.
Mit freundlichen Grüßen
Marie Wasem, MdL
Abgeordnete für den Wahlkreis Ingelheim

