Frage an Maria Noichl von Nawn Ynatr bezüglich Umwelt

11. Februar 2020 - 09:28

Sehr geehrter Frau Noichl.
Mit Sorge verfolge ich die Entwicklungen der Klimakrise(scheinbar schon erreichte Kipppunkte, Naturkatastrophen in aller Welt) und lese von den zu erwartenden Konsequenzen wenn sie co2 Emissionen nicht massiv eingeschränkt werden in den nächsten 11Jahren(eine Welt die quasi als unbewohnbar beschrieben wird nachdem zahlreiche.fliehen müssen und Nahrung und Trinken nicht mehr für alle reicht).

Im krassen Gegensatz dazu stehen viele Dinge unseres Alltags, u.a. hier in Frankfurt mit zahlreichen Inlandsflügen die günstiger sind als ein Bahnticket,
Nahrungsmitteln die weggeworfen werden weil sie EU Standards nicht erfüllen.

- ist es möglich diese Standards aufzuweichen um dieser Verschwendung entgegen zu wirken?

- wie setzen sie sich in der EU dafür ein, auch für jeden einzelnen Alternativen mit weniger CO2 Emissionen, zb Bahn statt Flug, attraktiver zu machen?

Ich bitte sie inständig, besonders im Hinblick auf ihre Kinder, dem Klimaschutz in ihrer Arbeit hohes Gewicht bei zu messen.

Frage von Nawn Ynatr
Antwort von Maria Noichl
23. März 2020 - 11:25
Zeit bis zur Antwort: 1 Monat 1 Woche

Sehr geehrte Frau Ynatr,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Bereits im EU-Wahlkampf sprach sich Frans Timmermans wie auch die deutschen SPD-Kandidat*innen für die Wahl zum Europaparlament u.a. für eine Kerosinsteuer aus, daran hat sich nichts geändert. Frans Timmermans ist als neuer Vizepräsident auch mitverantwortlich für den Green New Deal und vertritt weiterhin diese Ansicht, was seitens der SPD-Europaabgeordneten unterstützt wird.

Anbei zwei Links, die dies ausführlicher darstellen:
https://ec.europa.eu/info/strategy/priorities-2019-2024/european-green-…
https://www.tagesschau.de/ausland/eu-klima-greendeal-101.html

Alle wichtigen Antworten zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung finden Sie hier:
https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/QANDA_19_6706

Zur Frage nach den Bahnpreisen:
Auf Bundesebene gibt es seit Ende des letzten Jahres eine Ticketpreissenkung bei der Bahn durch die Senkung der Mehrwertsteuer.
Die Fahrpreise auf Europaebene variieren zu oft und machen es oftmals unpraktisch, die Bahn anstelle des Flugzeuges zu nutzen. Es wird und wurde im Europaparlament (EP) aber über sogenannte "through-tickets" diskutiert. Im November letzten Jahres hat das EP außerdem zur sogenannten Bahnfahrgastrichtlinie eine erste Lesung verabschiedet. Mit dabei war auch eine Verpflichtung an Bahnunternehmen, durchgängige Tickets (auch grenzübergreifend) anzubieten. Leider blockieren die Mitgliedstaaten im Rat bislang eine Einigung, deshalb können wir wohl nicht zeitnah mit neuen besseren Fahrgastrechten rechnen.
Was wir natürlich weiterhin in jeder Hinsicht tun: Druck aufbauen und für eine enkeltaugliche Klimapolitik kämpfen!

Mit freundlichen Grüßen

Maria Noichl, MdEP