ihr Kandidat
Marcus Otto
Die Linke
Zum Profil
Frage stellen
Die Frage-Funktion ist deaktiviert, weil Marcus Otto zur Zeit keine aktive Kandidatur hat.
Frage von Jeanette S. •

Antisemitismus Übergriffe vor der Tür,was tun sie zum Schutz Jüdischen Leben und Sympathisanten sowie pro Israelis?

Über 700 Antisemetische Gewaltübergriffe gegen unsere Jüdische und Sympathisanten sind im letzten Jahr in der Staatsanwaltschaft gemeldet.Letzten Sonntag wurde wieder eine Nichtjüdin mit Davidstern mit ein zerschlagene Flasche über die Hand im Krankenhaus eingeliefert.

Viele Täter von verbale Gewalt sind aus der Linken siehe Rapper auf der Bühne und Islamvertreter.Wie wollen Sie gegen den Antisemitismus in der eigene Partei vorgehen...

Ich glaube die Zahl der Opfer ist grösser siehe rbb und viele Fälle sind jetzt erst durch die Behörde bekannt.

Wie gehen Sie mit sexuelle Gewalltübergriffe von Frauen um und Frauenhäuser in Steglitz ?

ihr Kandidat
Antwort von Die Linke

Liebe Jeanette S.,
wir konnten ja bereits live sprechen, leider hat ein tech. Problem am Ende verhindert, dass das hier gestern früh auch für alle raus ging.

Bezüglich der Frage zum Antisemitismus und der Sicherheit von Jüdinnen und Juden hat unsere Spitzenkandidatin Elif bereits ein umfangreiches p Punkte-Programm aufgestellt, hinter dem ich klar stehe.
https://dielinke.berlin/aktuelles/news/juedisches-leben-in-berlin-staerken-und-schuetzen-ein-5-punkte-plan/.

Auch für mich ist klar, dass das jüdische Leben in unserer Stadt unbedingt zuschützen ist und dass kein Konflikt im Nahostgebiet dazu berechtigt Menschen in  unserer Stadt anzugreifen. Dazu möchte ich gerne beitragen.

Die über eine derzeitige Pressekampagne in den Raum geworfenen Vorwürfe eines besonderen, linken Antisemitismus halte ich für überzogen, auch weil sie die wichtige Debatte um Antisemitismus und seine Ursachen zu stark auf die Zustimmung zu Israel fokussieren und sie den Blick auf den weit verbreiteten Antisemitismus verstellt.
Es gibt nach meiner Wahnehmung  in die Linke keinen Antisemitismus, vor dem sich eine Person, die sich als jüdisch definiert, fürchten muss.  Wir haben in der Sache allerdings ein Problem mit der Frage, wie eine Debatte um den Konflikt in Israel/Palestina geführt wird bzw. werden darf. 

Auch in der oft gescholtenen Linken in Neukölln, sind es oft auch Jüd*innen und Juden, die sich für die Palestinasolidarität engagieren und die die harte Israelkritik betreiben. Ich finde es problematisch, wenn denen als Juden von Nichtjuden antisemitismus unterstellt wird.  Offenbar ist das Thema komplexer, als es die Antisemitismusvorwürfe im Wahlkampf darstellen wollten. Wir sind uns beide einig, dass wir in diesem Bereich auch mit Bedacht argumentieren müssen, da sich antisemitische Narrative, die berechtigterweise gesellschaftlich geächtet sind,  leicht als Israelkritik tarnen können. Auch deshalb halte ich persönlich es für falsch in diesem Konflikt verbal zu eskalieren, da dies auch die in Berlin lebenden Juden und Palestinenser direkt trifft, weil sie als Kollektiv in die Verantwortung für die Politik der Israelischen Regierung bzw. der Hamas genommen werden, vor der viele von Ihnen in Berlin Zuflucht gesucht haben. Keinem dieser Berliner ist mit einer weiteren Eskalation geholfen. Da sehe ich auch bei uns noch Verbesserungsbedarf.

Ich selbst möchte in dieser Sache vor allem diese Leute hier in Berlin in den Fokus nehmen. wir müssen tatsächlich verbal abrüsten und uns um das gesellschaftliche Miteinander und Dialog kümmern. Hier gilt es Menschen trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft und Identität zusammen zu bringen und in einem friedlichen Gemeinwesen zu organisieren. Als nun frisch gewählter Abgeordneter möchte ich dazu beitragen.
 
 Die zweite Frage war m.E. bereits in der letzten Antwort hier gut beantwortet. 

Weitere Fragen an Marcus Otto