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Lucy Redler
WASG

Frage an Lucy Redler von Xheg Yhkare bezüglich Wirtschaft

16. September 2006 - 12:51

Hallo Frau Redler,

als Berliner Verband der WASG sind sie ja nicht mit der Linken/PDS vereinigt. Warum eigentlich nicht ?
Ich habe aber eine andere Frage:
Setzt sich die Berliner WASG für den Erhalt der Berliner Sparkasse beim Verkauf der Bank ein ? Erhält ein privater Anbieter den Zuschlag, dann ist nach Aussagen des Sparkassenverbandes eine Mitgliedschaft der Berliner Sparkasse in der Sparkassenorganisation ausgeschlossen !
Dann würde evtl. noch der Name existieren, aber es gäbe dann faktisch keine Sparkasse mehr in Berlin !!!
Stehen Sie zur Berliner Sparkasse und setzen Sie sich für die Beibehaltung des großen Filialnetzes persönlich ein, sofern die WASG Berlin die 5 %-Hürde schafft ?
Vielen Dank für Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Kurt Luxner

Frage von Xheg Yhkare
Antwort von Lucy Redler
16. September 2006 - 16:50
Zeit bis zur Antwort: 3 Stunden 59 Minuten

Sehr geehrter Herr Luxner,

Sie fragten zum einen, warum die Berliner WASG nicht mit der L.PDS vereinigt ist. Nicht nur in Berlin, auch im Bund gibt es derzeit keine Vereinigung - die Diskussion darüber ist im vollen Gang. Ich selber bin sehr wohl für eine möglichst starke Linke; wichtig ist mir in diesem Prozess, betriebliche und soziale Akteure mit einzubeziehen. Zudem muss eine neue Linke prinzipiell Sozialkürzungen ablehnen und auch Widerstand organisieren! Da die L.PDS im Berliner Senat leider Lohn- und Sozialraub mit betrieben hat, sahen wir uns als Berliner WASG bekanntlich gezuwungen, eigenständig zu kandidieren.

Außerdem fragten Sie mich nach der Haltung der WASG Berlin zum Verkauf der Sparkasse. Sollte es zur Privatisierung kommen, dann wäre das aus bundesweiter Sicht ein neuer Fall, in dem dieser Senat in Sachen Privatisierung eine Vorreiterrolle einnimmt. 37 % aller Banken im Bund sind Sparkassen. Wenn die Berliner Sparkasse verkauft ist, wäre das ein Dammburch. Ein genereller Ausverkauf der Sparkassen wäre zu befürchten. Die Folgen: Hartz-IV-Empfänger und sozial Schwache könnten ohne Konto da stehen, massiver Stellenabbau würde drohen, die Großbanken könnten die Finanzlandschaft beherrschen etc.
Darum setzt sich die WASG Berlin klipp und klar gegen den Verkauf der Sparkasse ein. Wir werden alles tun, mit den Beschäftigten, Gewerkschaftsmitgliedern und den Kunden Proteste zu organisieren!

Mit freundlichen Grüßen, Lucy Redler