Frage an Laura Lazarus von Hjr Ovyyvpu bezüglich Verkehr und Infrastruktur

17. August 2014 - 13:26

Hallo,

Der BBI ist das Sorgenkind in Brandenburg. Korruption, Veralbern der Bevölkerung mit Scheineröffnungs-Termine, unfähige Leitung und ein Aufsichtsrat der es nicht packt sind die Schlagworte. 10 Jahre brachten die Erkenntnis: Politiker sind im Aufsichtsrat nicht perfekt. Wie wollen Sie das im Landtag ändern.

Soll der Bau nicht lieber eingestellt werden und für vernünftige Dinge genutzt werden?
Wie stehen Sie zur Autobahnmaut für PKW (Infrastruktur-Abgabe).?
Wie soll der Lehrermangel und Fachkräftemangel verbessert werden? Leider sind viele Arbeitslose nicht geeignet (unqualifiziert) aber es fehlen ja auch Anlern-Personal.

Frage von Hjr Ovyyvpu
Antwort von Laura Lazarus
22. August 2014 - 15:54
Zeit bis zur Antwort: 5 Tage 2 Stunden

Sehr geehrter Herr Billich,

das Schauspiel um den BER ist vor allem eine Verschwendung von Steuergeldern, die ihresgleichen sucht. Man darf gar nicht darüber nachdenken, wie viel Geld z.B. in das Bildungswesen und Sicherheit hätten fließen können. Leider ist das Kind in den Brunnen gefallen. Was also tun? Ich bin gegen den Abbruch der Arbeiten, der Flughafen muss so schnell wie möglich fertiggestellt werden. Aber es muss endlich ein belastbarer Kosten- und Finanzierungsplan vorgelegt werden, um die Problematik sachgerecht abwägen zu können. Der Standort Schönefeld mit seiner im Vergleich zum Standort Sperenberg dichteren Besiedlung führt zu entsprechend größeren Raum‐ und Lärmkonflikten. Die Entscheidung ist allerdings im Konsensbeschluss von 1996 und dem daran anschließenden Planfeststellungsverfahren gefallen und ist unter objektiven Gesichtspunkten nicht mehr rückgängig zu machen. Diesem Umstand entspringt eine besondere Verantwortung für den Schall- und Lärmschutz. Daher bin ich dafür, dass in den Schlüsselpositionen des BER vorwiegend Fachleute und keine Politiker tätig sein sollen.
Meine persönliche Meinung ist aber auch, dass der Blick unbedingt z.B. nach Sperenberg gehen sollte. Wie Sie bestimmt wissen, ist auch der BER - jetzt schon - zu klein konzipiert. Da Berlin und der "Speckgürtel" jedoch einer rosigen Entwicklung entgegensehen (sowohl wirtschaftlich als auch im Hinblick auf die wachsende Bevölkerung), sollte darüber nachgedacht werden, Planungen für ein internationales Luftverkehrsdrehkreuz mit 24-Stunden-Betrieb an einem geeigneten Standort ins Leben zu rufen.

Die Einführung einer PKW-Maut ist grundsätzlich nicht Ländersache. Ich selbst bin einer Pkw-Maut gegenüber offen eingestellt. Diese darf aber Menschen nicht belasten, die auf das Auto und die Nutzung der Autobahnen aus beruflichen Gründen angewiesen sind. Schon heute werden Arbeitnehmer und ihre Familien stark durch staatliche Abgaben belastet. Die Pkw-Maut darf hier zu keinem zusätzlichen Faktor werden! Auch deshalb, weil von den Menschen eine immer stärkere Flexibilität verlangt wird.

Ich setze mich vor allem für massive Investitionen in den Wissenschafts- und Bildungssektor ein. Da der Bund die Bafög-Förderung nun vollständig übernimmt, stehen Brandenburg 35 Millionen Euro jährlich mehr zur Verfügung! Hier ist die Politik in der Pflicht, dieses Geld voll und ganz dem Bildungsbereich zukommen zu lassen. Dem Lehrermangel kann nur durch Neueinstellungen begegnet werden. Wir müssen attraktivere Arbeitsbedingungen und vor allem sichere Arbeitsverhältnisse für Lehrer schaffen. Hier kann man auch schon frühzeitig ansetzen, in dem steuernd bei den zu wählenden Fächerkombinationen der Lehramtstudentinnen und -studenten eingreift. Gerade naturwissenschaftliche Fächer müssen deutlich stärker in den Fokus geraten.

Der Fachkräftemangel ist ein großes Problem für unsere Wirtschaft. Hier sind vielfältige Konzepte nötig.Leider wird immer noch viel Geld für arbeitsmarktpolitische Programme eingesetzt, die sich an fehlenden Arbeitsplätzen orientieren und damit oftmals ihre Wirkung verfehlen. Die CDU Brandenburg will eine regionale und kontrollierbare Ausrichtung der bestehenden arbeitsmarktpolitischen Instrumente, die sich daran orientiert, in welcher Region künftig wie viele und vor allem welche Arbeitskräfte fehlen. Ein tolles Programm des Bundesministerium für Bildung und Forschung wären hier die Bildungsketten. Schülern aus der 7. und 8. Jahrgangsstufe werden hier Berufe näher gebracht, in dem ihre Talente und Interessen, aber auch Schwächen herausgearbeitet werden. Im Rahmen von mehreren Praktika wird dann sozusagen die Probe aufs Exempel gemacht. Daneben findet auch eine weitere Begleitung der Schüler durch die verbleibende Schulzeit statt. Leider ist dieses Angebot in Brandenburg bislang nur sehr vereinzelt abgerufen worden. Aber auch das ist nur ein Programm und ein Ansatzpunkt von vielen, die nötig sind, um das Fachkräfteproblem erst abzumildern und dann schließlich zu beheben. Um den Bedürfnissen der regionalen Unternehmen nach qualifizierten Fachkräften besser Rechnung zu tragen, wird die CDU Brandenburg zudem mit den Brandenburger Hochschulen in den Ingenieurfächern vermehrt duale Studiengänge entwickeln.

Freundliche Grüße,

Laura Lazarus