Würden Sie die Forderung nach Kiezkantinen unterstützen?
Warmes Essen für 3 Euro: Das steckt hinter den Kiezkantinen der Linken
Berlin. Sie sollen gegen gestiegene Preise und Einsamkeit helfen: Wir haben beim Mittagessen mit Spitzenkandidatin Elif Eralp über die Kiezkantinen gesprochen
Ich verstehe den Gedanken hinter der Forderung nach Kiezkantinen, halte die Umsetzung aber für schwierig.
Die Idee, bezahlbares warmes Essen anzubieten und zugleich Orte der Begegnung im Kiez zu schaffen, ist gut und nachvollziehbar. Viele Menschen stehen unter finanziellem Druck, und niedrigschwellige Angebote können entlasten.
In der Praxis stellen sich aber zentrale Fragen: Es gibt keine vorhandenen Strukturen. Unklar ist auch, wer solche Einrichtungen betreiben soll, wo sie angesiedelt würden und wie ein dauerhafter Betrieb organisiert werden kann. Dazu kommt, dass staatlich subventionierte Essensangebote in Konkurrenz zu bestehenden Restaurants, Imbissen und sozialen Trägern treten würden, die bereits jetzt wirtschaftlich stark gefordert sind.
Ich halte es deshalb für sinnvoller, öffentliche Mittel so einzusetzen, dass bestehende Strukturen gestärkt werden – etwa durch direkte Unterstützung von Menschen mit geringem Einkommen oder durch Kooperationen mit bereits etablierten Angeboten vor Ort, statt neue staatliche Kantinen aufzubauen.
Der soziale Gedanke ist richtig. Der Weg über staatlich betriebene Kiezkantinen überzeugt mich aber nicht.

