Sehr geehrte Frau Vieregge, wie kann die Entscheidung begründet werden die Honorare der Psychotherapeuten-innen begründet werden?
Mir ist bewusst, dass Sie nicht der Herr Bundeskanzler sind, aber evtl können Sie es mir erklären. Unter dem Gesichtspunkt da die Krankheitstage (14,5) ein Kritikpunkt von dem Kanzler sind. Jetzt die Therapeutische Versorgung zu streichen, die langfristige Genesung im Vordergrund hat, ist für mich nicht verständlich.
Mit freundlichen Grüßen
Sehr geehrter Herr N.,
vielen Dank für Ihre Frage.
Dass die Zahl der krankheitsbedingten Fehlzeiten ein besorgniserregendes Niveau erreicht hat, ist unbestritten. Hierbei ist jedoch eine differenzierte Betrachtung der Statistiken wichtig: Das Statistische Bundesamt gab für 2024 einen Durchschnittswert von 14,8 Arbeitstagen an. Gleichzeitig weisen die Krankenkassen deutlich höhere Werte aus, wie etwa die Techniker Krankenkasse mit 19,1 Tagen oder die AOK mit 23,3 Tagen.
Diese Diskrepanz ergibt sich zum einen aus der unterschiedlichen Berechnungsgrundlage, da die Krankenkassen in Kalendertagen rechnen, während das Statistische Bundesamt Arbeitstage zugrunde legt. Zum anderen liegen die Durchschnittswerte auch deshalb niedriger, weil Beamte und Selbstständige im Schnitt deutlich weniger Krankheitstage verzeichnen. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass die durchschnittlichen Krankheitstage für die Versicherten in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sogar noch deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 14,8 Tagen liegen.
Deutschland verfügt über eines der umfassendsten und leistungsfähigsten Gesundheitssysteme in Europa. Wir investieren massiv in die Versorgung, doch die hohe Zahl an Krankheitstagen zeigt, dass die Lösung nicht allein in immer höheren Ausgaben innerhalb des bestehenden Systems liegt.
Die aktuellen Honorarentscheidungen und die notwendigen geplanten Einsparungen in der Gesetzlichen Krankenversicherung sind vor dem Hintergrund einer drohenden massiven Unterfinanzierung zu sehen. Es geht hierbei nicht darum, die therapeutische Versorgung pauschal zu „streichen“ oder die Bedeutung langfristiger Genesung zu verkennen. Vielmehr müssen wir die Effizienz der Mittelverwendung hinterfragen.
Die notwendigen Konsolidierungen in der GKV werden nicht zwangsläufig zu einem Anstieg der Krankheitstage führen. Seien Sie versichert, dass das Ziel weiterhin eine bedarfsgerechte Versorgung bleibt, die jedoch auf einem soliden finanziellen Fundament stehen muss, um auch für künftige Generationen bezahlbar zu bleiben.
Mit freundlichen Grüßen
Kerstin Vieregge

