Jürgen Herrmann
CDU

Frage an Jürgen Herrmann von Naqernf Ebbg bezüglich Gesellschaftspolitik, soziale Gruppen

Sehr geehrter Herr Herrmann,

als politisch ongagierter junger Mann, verfolge ich mit großem interesse den Trubbel um den Freizeitsport "Paintball".
Nun wollte ich es wissen und habe am Wochenende so eine Halle aufgesucht und habe selber mal an dieser Veranstaltung teil genommen um da mit sprechen zu können. Nun muss ich aber sagen, dass es überhaupt nichts mit der Simulation von Töten zu tun hat, eher mit Völkerball nur das die Bälle etwas schneller fliegen.
So etwas findet man dann in Paintball-Foren:
Unsere Aufforderung der Regierung gegenüber ist, dass Paintball-Verbot ersatzlos zu streichen.
- Die Alternative ist, 100.000de Bürger unbegründet zu kriminalisieren
- Politikverdrossenheit einer ganzen Generation zu schüren
- Mehr als 1000 Arbeits- und Ausbildungsplätze zu vernichten
- Hunderte von Gewerbetreibenden in den Ruin zu treiben.

Und das alles OHNE EIN EINZIGES haltbares Argument.

Meiner Meinung nach haben die Betreiber, dieses Sports garnicht so unrecht. Wie ich in den letzten Wochen beobachten konnte, ist Fußball ein viel agressieverer Sport als Painball. Im Fußball kommt es immer wieder zu Schlägereien, Rangeleien, Anspuckereien. Im Painball hingegen sind die Leute sehr friedlich, da es nicht zum Körperkontakt kommt.
Nun die Frage:
Wie ist Ihre Meinung dieser Sache gegenüber?
Werden Sie sich am Dienstag für das Verbot ausprechen?

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Root

Frage von Naqernf Ebbg
Antwort von Jürgen Herrmann
28. Mai 2009 - 08:09
Zeit bis zur Antwort: 6 Tage 18 Stunden

Sehr geehrter Herr Root,

Gesetze müssen, da es sich zumeist um die Einschränkung bürgerlicher Freiheiten handelt, meines Erachtens immer daran gemessen werden, ob sie in der jeweiligen Situation auch tatsächlich einen Gewinn bringen, also z. B. im konkreten Fall die Sicherheit erhöhen.

Dies kann ich bei einem Verbot von Paintball-Spielen nicht erkennen. Bei aller Sympathie für die Angehörigen der Opfer von solch schrecklichen Vorfällen wie jüngst in Winnenden muss doch allen klar sein, dass wir Derartiges nie ganz verhindern können. Wir dürfen deshalb auch nicht in blinden Aktionismus verfallen - auch nicht in Wahlkampfzeiten. Wollen wir in Zukunft denn alles verbieten, was theoretisch und potentiell dazu geeignet sein könnte, Aggressionen in einem Gegenüber zu wecken? Dann könnten wir auch gleich "Mensch ärgere Dich nicht" verbieten.

Wir haben eines der schärfsten Waffengesetze weltweit. Das auch diese noch punktuell verbessert werden kann, ich denke da beispielsweise an eine Vernetzung der einzelnen lokalen Waffenregister, ist richtig. Vor der Kriminalisierung ganzer Bevölkerungsteile, wie es mit der in rede stehenden Verschärfung des Waffenrechts geschehen würde, kann ich nur warnen. Ich habe mich bereits mehrfach und auch über die Presse in meinem Wahlkreis dagegen ausgesprochen und geäußert, dass ich einem solchen Gesetzentwurf - wenn er denn tatsächlich kommen sollte - nicht zustimmen würde.

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Herrmann, MdB