Jens-Eberhard Jahn
ÖDP
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Frage von Roreuneq Wnua an Jens-Eberhard Jahn bezüglich Land- und Forstwirtschaft

# Land- und Forstwirtschaft 03. Mai. 2019 - 20:11

Hallo Jens,
Seit einigen Jahren fallen die immer mehr werdenden Rapsfelder auf. Die sehen zwar sehr hübsch aus, wenn der Rapps blüht. Aber wozu wird soviel Raps benötigt, der die Getreide- und Gemüsefelder verdrängt, benötigt. Ist das ein Thema, mit dem sich die ÖdP bereits beschäftigt hat?
Roreuneq Wnua

Von: Roreuneq Wnua

Antwort von Jens-Eberhard Jahn (ÖDP)

Lieber Herr Wnua,

vielen Dank für Ihre Frage. Auch ich erfreue mich an der gelb blühenden Landschaft. Wir wissen aber wohl Beide, dass der Rapsanbau weniger zur Ernährung als zur Treibstoffproduktion dient. Rapsöl als Dieselersatz ist für land- und forstwirtschaftliche Maschinen sinnvoll. Und regionaler Rapsanbau ist mir lieber als die Einfuhr von Palmöl, für
dessen Herstellung Regenwäler gefällt werden.
Für unsere automobile Zukunft kann aber Rapsöl keine Lösung sein: Durch intelligente Mobilitätskonzepte kann künftig weniger Auto gefahren werden. Die ÖDP setzt sich für die Förderung innerstädtischen Radverkehrrs, den Ausbau des ÖPNV und für Carsharing-Angebote ein. Weniger Autofahrten sind gleich weniger Umweltbelastung und mehr
Lebensqualität. Elektrischer Antrieb - sofern aus Ökostrom - ist eine wichtige Brückentechnologie für diejenigen, die auf das Auto nicht verzichten wollen oder können. Ich bin allerdings der Ansicht, dass mittelfristig eine CO2-neutrale Lösung in der Nutzung von Wasserstoff, der serienmäßigen Entwicklung der Brennstoffzelle möglich ist. Dafür setzt sich die ÖDP ein. Die Produktion neuer Automobile verbraucht Ressourcen. Daher sehen wir rein technologische Lösungen durchaus kritisch. Autos sind einfach oft verzichtbar, gerade auf kurzen Wegen. Und auf längeren Wegen bietet die Bahn umweltfreundliche Alternativen.
Aber eine Welt ohne Automobile ist derzeit weder vorstellbar noch wünschenswert. Wasserstoff als Energiequelle ist hier eine Antwort. Daher werde auch ich Ende Mai anlässlich einer G20-Konferenz zum Thema Mobilität mit einem Wasserstoff-getriebenen Auto in Sachsen unterwegs sein und innovative Betriebe besuchen. Dabei werde ich gewiss viel
lernen und dann künftig Ihre Frage kompetenter beantworten können.
Gute Politiker und Politikerinnen sind schließlich nicht die, die auf jede Frage sofort eine Antwort haben. Sondern die, die offen sind und wissen, wo und wie sie sich informieren können. Dennoch hoffe ich, Ihnen mit meiner Antwort ein Stück weit geholfen zu haben.

Liebe Grüße,

Jens-Roreuneq Wnua