Wie wollen Sie verhindern, dass ein Mietendeckel den Neubau unattraktiver macht und die Mieten noch mehr steigen?
Sehr geehrte Frau Reichinnek,
ich halte den Ansatz, dass Mieten gerecht gestaltet werden müssen, zwar für richtig und entscheidend, jedoch kann ich nicht mit gutem Gewissen einen Mietendeckel unterstützen, wenn Studien (wie z.b. ifo-Institut) darauf hinweisen, dass solche Eingriffe langfristig Investitionen in den Wohnungsbau verringern können und der Markt mit noch weniger Wohnungsangebot und somit mit noch höheren Mietpreisen reagiert.
https://www.ifo.de/DocDL/sd-2020-03-dolls-etal-mietendeckel-2020-03-11.pdf
Welche konkreten Maßnahmen planen Sie, um sicherzustellen, dass ein Mietendeckel nicht zu einem Rückgang von Neubauinvestitionen führt?
Vielen Dank!
Lieber M. Z.
vielen Dank für Ihre Nachricht und den Hinweis auf die Diskussion um mögliche Auswirkungen eines Mietendeckels auf den Wohnungsbau.
Wichtig ist: In den Konzepten für einen Mietendeckel, die wir diskutieren, wird Neubau ausdrücklich ausgenommen. Damit soll verhindert werden, dass Investitionen in zusätzlichen Wohnraum unattraktiv werden. Der Mietendeckel zielt vor allem darauf ab, die extremen Mietsteigerungen im Bestandsmarkt zu begrenzen und Mieterinnen und Mieter vor Verdrängung zu schützen.
Gleichzeitig sehen wir, dass der derzeitige Neubau für viele Menschen längst nicht mehr bezahlbar ist. Deshalb reicht es nicht, allein auf den Markt zu setzen. Wir brauchen zusätzlich eine starke öffentliche Wohnungsbauoffensive sowie mehr kommunale und gemeinnützige Wohnungsunternehmen, damit auch neu entstehende Wohnungen wieder bezahlbar werden.
Herzliche Grüße
Heidi Reichinnek

