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Heidi Reichinnek
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Frage von Josefine S. •

Sehr geehrte Frau Reichinnek was tut Ihre Partei zur Sicherstellung der psychotherapeutischen Versorgung? Zuletzt wurden trotz Versorgungsengpass die Mittel gekürzt.

Die gKV hat die Mittel zur psychotherapeutischen Versorgung gekürzt und das trotz der ohnehin schon kritischen Versorgungslage für Patienten. Lange Wartezeiten und zu wenig Therapieplätze erhöhen das Risiko für die Chronifizierung von Erkrankungen. Psychotherapeuten verdienen selbst nach Bereinigung von Praxiskosten weniger als ärztliche Kollegen. Es wird an der falschen Stelle gespart. Was gedenkt Ihre Partei dagegen zu tun? Näheres ist nachzulesen bei der Deutschen Psychotherapeuten Vereinigung (DPtV)

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Antwort von Die Linke

Liebe J. S.,

vielen Dank für Ihre Nachricht.

Die Kürzung der Vergütung für psychotherapeutische Leistungen trotz ohnehin angespannter Versorgungslage halte ich für eine falsche Entscheidung. Gerade angesichts steigender Bedarfe und langer Wartezeiten sendet es ein problematisches Signal, wenn ausgerechnet in diesem Bereich gespart wird.

Als Linke setzen wir uns grundsätzlich für gute Arbeitsbedingungen und eine faire Vergütung im Gesundheitswesen ein – dazu gehört selbstverständlich auch eine angemessene Bezahlung psychotherapeutischer Leistungen. Wir teilen daher die Kritik vieler Fachverbände an den aktuellen Kürzungen.

Darüber hinaus setzen wir uns dafür ein, die psychotherapeutische Versorgung strukturell zu stärken: etwa durch eine bedarfsgerechte Planung von Kassensitzen, eine bessere Versorgung insbesondere im Bereich der Kinder- und Jugendpsychotherapie sowie eine verlässliche Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung. Dazu haben wir in den vergangenen Jahren immer wieder Anträge in den Deutschen Bundestag eingebracht. Für detaillierte Fragen kann ich auf die Aktivitäten meiner Kollegin Evelyn Schötz, Sprecherin für Pflege und Psychische Gesundheit, verweisen, die vor Ihrem Mandat selbst als Pflegefachkraft gearbeitet hat.

Ziel muss sein, dass Menschen unabhängig von ihrem Versicherungsstatus zeitnah Zugang zu der Behandlung bekommen, die sie benötigen, statt ein System einer Zwei-Klassen-Medizin weiter auszubauen. 

Viele Grüße


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