Sehr geehrter Herr Demir, ich bin enttäuscht darüber, wie ihre soziale Partei, als Teil der Bundesregierung, zuschaut, wie die Honorare für Psychotherapeutinnen gekürzt werden. Wie ist Ihre Position?
Während die Zahlen von psychischen Erkrankungen, Depressionen und Burn-out-Fällen seit Jahren steigen, entscheiden Sie sich auf politischer Ebene für den Rotstift an der völlig falschen Stelle.
Folgende Punkte machen mich fassungslos:
• Wartezeiten, die Leben kosten: Schon jetzt warten Patienten oft sechs Monate oder länger auf einen Therapieplatz. Durch weitere Kürzungen oder die Verweigerung notwendiger Budgeterhöhungen nehmen Sie billigend in Kauf, dass chronische Verläufe zunehmen und Menschen in akuten Krisen allein gelassen werden.
• Ökonomische Kurzsichtigkeit: Es ist eine Milchmädchenrechnung, bei der Therapie zu sparen. Unbehandelte psychische Erkrankungen führen zu massiven Arbeitsausfällen, Frühverrentungen und Folgekosten im Sozialsystem, die die vermeintlichen Einsparungen um ein Vielfaches übersteigen.
• Die Belastungsgrenze der Therapeuten: Sie fordern Qualität und Einsatz, entziehen den Praxen aber die notwendige finanzielle und strukturelle Basis.

