Dr. Götz Frömming
Götz Frömming
AfD
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Frage von Jutta B. •

Kein Interesse an Akademikern als Wählergruppe?

Sehr geehrter Herr Frömming,

ich wende mich als AfD-Wählerin an Sie, um Ihre Aufmerksamkeit auf eine strukturelle Schwachstelle in der Wählerbasis der Alternative für Deutschland zu lenken. Während Ihre Partei bei den jüngsten Wahlen erhebliche Erfolge bei jungen Wählern bis 24 Jahre verzeichnen konnte (21 % Stimmenanteil), offenbart der Blick auf die am höchsten qualifizierte Gruppe dieser Generation ein eklatantes Versagen: Unter Jungwissenschaftlerinnen und Jungwissenschaftlern ist die AfD statistisch fast unsichtbar. Die offiziellen Daten der Wahlforschung (u. a. Infratest Dimap) in Kombination mit soziologischen Analysen zeichnen ein eindeutiges Bild der Entfremdung: Die statistische Realität (Bundestagswahl)Durchschnitt der 18- bis 24-Jährigen: 21 % AfD-WählerJunge Akademiker (Hochschulabsolventen): ca. 8 % bis 10 % AfD-Wähler. Das zeigt, dass das Wahlprogramm unter Jungakademikern so gut wie gar nicht ankommt. Ist Ihre Partei Akademikern gegenüber reserviert? Beste Grüße J.B.

Dr. Götz Frömming
Antwort von AfD

Sehr geehrte Frau B.,

vielen Dank für Ihre Frage und den Hinweis auf die strukturelle Schwäche bei der Zustimmung durch junge Akademiker. Ihr Befund ist richtig, unbefriedigend und ist uns natürlich auch nicht verborgen geblieben. 

Dieser Befund hat nichts damit zu tun, dass wir diese Menschen nicht für uns gewinnen wollten, wir also ihnen per se gegenüber reserviert sind. Genauso wenig sind wir reserviert gegenüber alten Menschen, aber auch da sind wir deutlich unterrepräsentiert. Eine INSA-Umfrage sieht die AfD in Sachsen-Anhalt z.B. bei den über 70-Jährigen bei nur 22,8 %, während wir bei den 50-59-Jährigen bei 58,8 % liegen. In der Gruppe der lebenserfahrenden, steuerzahlenden Berufstätigen mit Medienkompetenz sind wir somit die „beliebteste“ Partei. 

Es gibt kaum Untersuchungen, die die genauen Ursachen des Wahlverhaltens belegen. Plausibel aber ist, dass die Faktoren „Gewohnheit“ und „Fernsehkonsum“ bei alten Menschen einen hohen Einfluss haben und bei Studenten ist zu beachten, dass sie mit Beginn des Studiums vielfach in hochpolitisierte Studiengänge in Fachbereichen mit hohem Gruppendruck eintreten. 

Es liegen auch keine Studien vor, die einen Unterschied zwischen Studenten der Ingenieurwissenschaften, der Ökonomie oder der Sozialwissenschaften hinsichtlich der AfD-Affinität untersuchen. Wiederum ist aber plausibel anzunehmen, dass insbesondere Studiengänge der Sozialwissenschaften in großer Zahl Absolventen hervorbringen, die die AfD negativ wahrnehmen.

Keineswegs sind diese Befunde und Spekulationen jedoch ein Anlass, aus eher taktischen Erwägungen heraus das Wahlprogramm anzupassen, um bei den Jungakademikern zu besseren Ergebnissen zu kommen. Mit Blick auf die Menschen, die Verantwortung für ihre Familien übernommen haben, die im Berufsleben stehen, die Steuern zahlen und überproportional AfD wählen, kann die Prognose getroffen werden, dass sich mit steigender Lebenserfahrung die Haltung der Akademiker zur AfD verbessern wird. 

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Frömming

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