Emmi Zeulner
CSU
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Frage von Qbevf Ervpuryg an Emmi Zeulner bezüglich Gesundheit

# Gesundheit 14. Jan. 2020 - 12:56

Wie werden Sie am Donnerstag zu der Frage "Organspendepflicht" abstimmen??
Mit freundlichen Grüßen
Qbevf Ervpuryg

Von: Qbevf Ervpuryg

Antwort von Emmi Zeulner (CSU)

Sehr geehrte Frau Ervpuryg,

vielen Dank für Ihre Frage. Ich habe bei der heutigen Debatte zur Organspende für die Zustimmungslösung gestimmt. Denn auch, wenn beide Lösungen ein Ziel eint – die Steigerung der Organspenden – so steht für mich bei allem das Selbstbestimmungsrecht jedes Einzelnen im Fokus. Und diesem werden wir meiner Ansicht nach nur über die Zustimmungslösung gerecht. Denn Teil des Selbstbestimmungsrechts ist für mich, dass die Entscheidung bewusst getroffen und ausgeübt wird. Dieses Recht übergehen wir, wenn wir, wie bei der Widerspruchslösung vorgesehen, ein Schweigen als Zustimmung werten. Das widerspricht meiner Vorstellung von selbstbestimmten Handeln und schafft eher Misstrauen statt Vertrauen. Doch gerade das Zurückgewinnen des Vertrauens in diesem sensiblen Bereich ist der entscheidende Schlüssel für eine Steigerung der Organspendebereitschaft.
Und hier haben mich die Ansätze der Zustimmungslösung einfach mehr überzeugt, denn durch die Maßnahmen schaffen wir Vertrauen. So legt die Lösung erstens einen großen Schwerpunkt auf die Aufklärung. Sei es über Kampagnen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, über Gesprächsangebote bei den Hausärzten, Aufklärung im Rahmen der Führerscheinvorbereitung oder auch über Infotelefone. Denn nur wer aufgeklärt ist und alle Fakten kennt, kann eine selbstbestimmte Entscheidung treffen. Der zweite Schwerpunkt ist der niedrigschwellige Zugang, wenn ich meine Entscheidung getroffen habe und diese mitteilen möchte. So kann der Weg direkt über die Ausweisstelle oder aber auch das Online-Register gewählt werden. Hier bauen wir bewusst keine neuen Barrieren auf. Der dritte Fokus liegt in der Verbesserung der Strukturen in den Krankenhäusern. Über Transplantationsbeauftragte und gut ausgebildetes Fachpersonal schaffen wir in den Krankenhäusern die Grundlage für eine gute und transparente Organisation der Organspende. Auch das schafft Vertrauen.
Am Ende ist für mich entscheidend, dass eine Spende etwas Freiwilliges ist. Organspende ist gelebte Solidarität. Diesen Charakter sollten wir erhalten und die bewusste Entscheidung jedes Einzelnen in den Mittelpunkt stellen – auch und gerade für die Organspende.

Beste Grüße
Emmi Zeulner

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