Frage an Dorothee Bär von Qnavry Tehzcryg bezüglich Familie

29. Juli 2013 - 19:58

Sehr geehrte Frau Bär,

warum können Sie sich in [1] nicht dazu äußern, wenn ihre "CSU Experten" propagieren, unsere Kinder brauchen keine Eltern sondern wir brauchen mehr Fachkräfte für die Entwicklung unserer Kinder? Nach Herrn Fthenakis zufolge [2]sollen alle Kinder aus der Hand eines Architekten stammen.

Frage: Sind damit die Fachkräfte (Sozialpädagogen) gemeint, die bei Herrn Fthenakis selbst ausgebildet werden?

Ihr Fachexperte verkennt dabei zu erwähnen, dass schon einmal Jemand solch ein Vorhaben umsetzen wollte. Man nannte das damals nur Zwangs-Assimilation.

Frage: Ist es demnach der CSU ein Dorn im Auge, wenn die Entwicklung unserer Kinder nicht mehr frei und individuell - aus den zwei? Persönlichkeiten beider Eltern - entsteht? Ist es tatsächlich der politische Wille der CSU, dass alle Kinderpersönlichkeiten aus der Hand eines einzigen CSU-Volksarchitekten stammen? Wofür brauch die CSU-Politik genau solche Kinder?

Schauen Sie sich doch das Video Ihres Experten einmal an und hinterfragen Sie für sich und Ihre eigenen Kinder die wahren Absichten und Auswirkungen.

Bewerten müssen sie es nicht aber wollen Sie das wirklich?

Mfg
Daniel Grumpelt

[1] Ihre Antwort: http://www.abgeordnetenwatch.de/dorothee_baer-575-37455--f385019.html#q…
[2] Video: http://www.youtube.com/watch?v=ob7Gtx6ihK4

Frage von Qnavry Tehzcryg
Antwort von Dorothee Bär
30. Juli 2013 - 15:09
Zeit bis zur Antwort: 19 Stunden 10 Minuten

Sehr geehrter Herr Grumpelt,

wenn auch Herr Professor Fthenakis zu Einzelfragen von der CSU als Experte gehört wurde oder wird, spricht er dennoch nicht für die CSU. Die Positionen der CSU zur Familienpolitik finden Sie auf der Internetseite der Partei. Sie decken sich überhaupt nicht mit den von Ihnen aufgestellten Vermutungen. Ich will Ihnen einige wichtige Eckpunkte, die Grundlage unserer Familienpolitik sind, gerne aufzeigen:
Für meine Partei, die CSU, und für mich sind Eigenverantwortung und Selbstbestimmung unveränderbare Kernstücke unserer Familienpolitik. Wir vertrauen Eltern und sind davon überzeugt, dass sie am besten wissen, was gut und richtig für ihre Kinder ist. Wir wollen daher, dass Familien selbst entscheiden können, wie sie leben wollen. Daher verzichtet unsere Familienpolitik auf Gängelung und setzt auf Wahlfreiheit. Unser Ziel ist nicht die rundum betreute, sondern die eigenständig handelnde Familie. Wir lehnen es ab, den Eltern ein ganz bestimmtes, vermeintlich zeitgemäßes Lebensmodell überzustülpen. Und wir wollen auch keine „Lufthoheit über den Kinderbetten“, die andere anstreben. Wir wollen familienfreundliche Bedingungen für möglichst freie Entscheidungen der Eltern schaffen.
Für uns ist die Betreuung kleiner Kinder in Krippen nicht der allein selig machende Weg in der Kinderbetreuung. Das Urvertrauen, das Eltern ihren Kindern vermitteln, kann ihnen keine staatliche Institution geben – ganz gleich wie gut die Erzieherinnen und Erzieher qualifiziert und wie günstig der Personalschlüssel ist. Die Grundvoraussetzung für körperliches und seelisches Wohlbefinden jedes Menschen ist für uns die elterliche Liebe, aus der eine unersetzbare Bindung hervorgeht. Und die ist in keiner anderen Lebensphase wichtiger als in den ersten Jahren eines Kindes. Eltern allein geben ihren Kindern dieses Urvertrauen und diese Geborgenheit und vermitteln ihnen die Grundlagen für Bindungsfähigkeit. Das sind wichtige Voraussetzungen, um später im Leben bestehen zu können. Kinder brauchen gerade in ihrer ersten Lebensphase feste Bezugspersonen und liebevolle Zuwendung, damit sie ihre Talente entfalten können. Was in der Familie versäumt, vernachlässigt und falsch gemacht wird, ist durch eine noch so gutes Bildungssystem kaum wettzumachen.
Dies in aller Kürze – um deutlich zu machen, dass für die CSU die Eltern die besten Experten für ihr Kind sind.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre Dorothee Bär