Ein junger Herr mit Brille, kurzen braun-schwarzen Haaren, mit dunkel blauen Sakko und weißem Hemd. Hinter dem Kopf eine Kopfstütze
Constantin Grosch
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Frage von Meike G. •

Sind Sie dafür das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln?

Guten Morgen, das ZDF berichtet darüber, dass das im aktuellen Reformpapier steht.

Ein junger Herr mit Brille, kurzen braun-schwarzen Haaren, mit dunkel blauen Sakko und weißem Hemd. Hinter dem Kopf eine Kopfstütze
Antwort von SPD

Unser Rentensystem steht vor großen Herausforderungen: Besonders schwer wiegt der Umstand, dass es immer mehr Menschen gibt, die ihren wohlverdienten Ruhestand antreten, aber gleichzeitig weniger jüngere Menschen, die in die Rentenkasse einzahlen. 

Nun gibt es verschiedene Werkzeuge, um dem zu begegnen: Höhere Rentenbeiträge, geringere Renten, späteres Renteneintrittsalter, usw.

Leider dreht sich die Debatte derzeit fast nur darum, das Renteneintrittsalter für alle pauschal anzuheben. Doch diese "Lösung" geht an der Lebensrealität der Menschen vorbei. Eine starre Koppelung des Rentenalters an die Lebenserwartung ist aus zwei Gründen ungerecht:

  • In vielen Berufen ist ein längeres Arbeiten schlicht nicht möglich. Schon heute sind in diesen - meist auch noch schlechter bezahlten - Berufen wenige Menschen, die bis zum regulären Renteneintrittsalter durchhalten.
  • Statistisch gesehen haben Menschen mit geringerem Einkommen eine kürzere Lebenserwartung. Sie würden durch ein höheres Rentenalter überproportional stark benachteiligt.

Statt immer nur darüber zu diskutieren, wie wir Leistungen kürzen oder das Rentenalter hochschrauben, müssen wir die Basis der Beitragszahler vergrößern. Deutschland benötigt jährlich eine Nettozuwanderung von rund 400.000 Menschen in den Arbeitsmarkt, um die Zahl der Erwerbstätigen stabil zu halten. Wenn wir diese Menschen gezielt gewinnen und unbürokratisch in reguläre, sozialversicherungspflichtige Arbeit bringen, zahlen sie vom ersten Tag an in unsere Rentenkasse ein. Das entlastet das System direkt, da wir sofort mehr Einzahler in das umlagefinanzierte System haben.

Kurz: Wahrscheinlich braucht es am Ende mehrere Werkzeuge um langfristig für alle eine ausreichende Rente zu garantieren, die die kommende Generation nicht durch zu hohe Rentenbeiträge überfordert. Für mich steht dabei besonders die Erhöhung der Beitragszahler im Mittelpunkt (im Übrigen auch auf Arbeitgeberseite)

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