Warum wird die gesetzliche Krankenversicherung mit der Kostenübernahme für Abnehmspritzen für Diabetes 2-Patienten belastet, obwohl Gewichtsabnahme und Diabetes-Heilung preiswerter möglich sind?
Warum wird die gesetzliche Krankenversicherung mit der Kostenübernahme für Abnehmspritzen für Diabetes 2-Patienten belastet, obwohl Gewichtsabnahme und Diabetes-Heilung durch konservative Maßnahmen wie dem Intervallfasten (unter ärztlicher Aufsicht) möglich sind? https://www.spektrum.de/news/diabetes-intervallfasten-kann-typ-2-diabetes-kurieren/2090184
https://www.asklepios.com/konzern/gesundheitsmagazin/gesund-werden/therapie-und-nachsorge/diabetes-typ-2
Sehr geehrter Herr C.,
vielen Dank für Ihre Frage und für den wichtigen Hinweis auf die Bedeutung von Lebensstiländerungen bei Diabetes mellitus Typ 2.
Zunächst ist entscheidend: Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten für entsprechende Medikamente nicht zur reinen Gewichtsreduktion. Werden solche Präparate ausschließlich zum Abnehmen eingesetzt, sind sie grundsätzlich privat zu finanzieren. Eine Belastung der Solidargemeinschaft für „Lifestyle-Anwendungen“ erfolgt daher nicht.
Eine Kostenübernahme kommt nur dann in Betracht, wenn eine medizinisch begründete Behandlung einer Diabetes-Erkrankung vorliegt. In diesen Fällen geht es darum, den Blutzucker wirksam zu kontrollieren und schwerwiegende Folgeerkrankungen – etwa an Herz, Nieren, Augen oder Gefäßen – zu vermeiden. Das ist medizinisch notwendig und auch gesundheitspolitisch sinnvoll, weil dadurch langfristig höhere Folgekosten vermieden werden können.
Zu den von Ihnen angesprochenen Lebensstilmaßnahmen: Sie haben völlig recht, dass Ernährungsumstellung, Bewegung und auch Ansätze wie Intervallfasten bei vielen Patientinnen und Patienten eine wichtige Rolle spielen können. Diese Maßnahmen sind fester Bestandteil der leitliniengerechten Therapie und werden ausdrücklich unterstützt.
Gleichzeitig gilt: Nicht alle Betroffenen erreichen allein durch Lebensstiländerungen eine ausreichende Stabilisierung ihrer Erkrankung. Diabetes Typ 2 ist eine komplexe Stoffwechselerkrankung, deren Verlauf individuell sehr unterschiedlich ist. Deshalb sehen medizinische Leitlinien vor, dass medikamentöse Therapien ergänzend eingesetzt werden, wenn dies erforderlich ist, um die Gesundheit der Patientinnen und Patienten nachhaltig zu schützen.
Mir ist wichtig, dass wir beides zusammen denken: eine starke Prävention und Eigenverantwortung – und eine verlässliche medizinische Versorgung für den Fall, dass diese Maßnahmen nicht ausreichen.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Christos Pantazis, MdB

