Christine Engelschall
Tierschutzpartei

Frage an Christine Engelschall von Wbunaarf Hroryr bezüglich Landwirtschaft und Ernährung

26. Mai 2009 - 21:17

Sehr geehrte Frau Engelschall,

zur Zeit steht es um die Milchwirtschaft nicht gut. Die Milchbauern fordern steigende Milchpreise, anstatt dass sie daran denken, ihre Produktion zu reduzieren.
Die Milchkuhhaltung ist meiner Meinung nach ein Unrecht an unseren tierischen Mitgeschöpfen: Wir machen die Kühe künstlich trächtig, damit sie Milch geben. Die Kälber werden dann i.d.R. den Müttern weggenommen, damit wir die ganze Milch haben. Für viele Kälber hat die Milchindustrie keine Verwertung, und sie werden zu Leberwurst oder Kalbsbraten verarbeitet. Die Milchkühe werden überstrapaziert, so das sie an allen möglichen Entzündungen und Erkrankungen leiden. Viele von ihnen sterben, bevor sie geschlachtet werden. Mit Tierschutz und Tierrechten, die doch ein Schwerpunkt Ihrer Partei darstellen, sind solche Praktiken doch nicht vereinbar, oder? Außerdem belastet die Milchwirtschaft die Umwelt in verheerendemmaße.
Vorausgesetzt, Sie werden ins EU-Parlament gewählt:
Werden Sie sich für eine Abschaffung oder wenigstens Reduzierung der Milchkuhhaltung und eine Förderung der Produktion von Ersatzstoffen (Soja, Hafermilch usf.) einsetzen? Natürlich wird es nicht leicht sein, unsere Gesellschaft, in der Milchprodukte als Grundnahrungsmittel gelten, umzustellen. Aber da Milch für unsere Gesundheit nicht unverzichtbar ist und so viel Schaden anrichtet, muss dies doch zumindest langfristig das Ziel sein.
Ich würde mich freuen, Ihre Meinung zu dem Thema zu erfahren.

Mit freundlichen Grüßen
Johannes Uebele

Frage von Wbunaarf Hroryr
Antwort von Christine Engelschall
27. Mai 2009 - 11:28
Zeit bis zur Antwort: 14 Stunden 11 Minuten

Sehr geehrter Herr Uebele,

ich kann Ihnen nur zustimmen. Eine grundlegene Agrarwende muss her.

Unsere Partei fordert als Fernziel in der EU einen tierlosen ökologischen Landbau, bei dem aus ökologischen, aber vor allem aus ethischen Gründen auf Tierhaltung verzichtet und mit den natürlichen Lebensräumen verantwortungsvoll umgegangen wird.

Als realistische Übergangslösung befürworten wir die Bewirtschaftung mit ökologischer und "artgerechter" Tierhaltung unter strengen Kontrollen durch Tierschutzbeauftragte.

Zu stützen sind nicht Intensiv- und Massentierhaltungen, sondern bäuerliche Kleinbetriebe mit ökologischem Anbau und sog. "artgerechter" Tierhaltung. Diese müssen vorrangig durch EU-Subventionen und durch nationale steuerliche Massnahmen gefördert werden.

Wir setzen uns für eine Kennzeichungspflicht ein, damit die Erzeugungsart von Fleisch- und Milchprodukten für den Konsumenten klar ersichtlich wird. Als weitere notwendige Massnahme betrachten wir ein EU-Verbot der Werbung für Fleisch- und Milchprodukte - ähnlich dem Verbot für Zigaretten- und Tabakwerbung.

Wir forden ferner für alle landwirtschaftlichen Betriebe innerhalb der EU die Einführung einer jährlichen Emissionsabgabe, deren Höhe sich aus dem jeweiligen Tierbestand errechnet.

Für weitere ausführliche Informationen zu diesem Thema bitte ich Sie, unsere Homepage http://www.tierschutzpartei.de zu besuchen.

Mit freundlichen Grüßen

Christine Engelschall