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Christel Humme
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Frage an Christel Humme von Guntram S. bezüglich Wirtschaft

Sehr geehrte Frau Humme,

Herr Steinbrück hat unlängst das Thema "bezahlbarer Wohnraum in Innenstädten" als Frage "sozialer Gerechtigkeit" in den Wahlkampf eingebracht. Eine gesetzliche Regelung soll hier die Mietpreise deckeln.

Ist dieser staatlicher Eingriff in einen bereits im hohen Masse in der Vergangenheit regulierten Markt wie den Immobileinmarkt wirklich zielführend?

Führt diese Regulierung möglicherweise dazu, dass Mietwohnungen in Innenstädten aus mangelnder Lukrativität für den Vermieter in Eigentumswohnungen umgewandelt werden?

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich Menschen an gesetzliche Regelungen im Allgemeinen so anpassen, dass sie Vorteile der Regelungen nutzen, Nachteile jedoch vermeiden, was dann zu Anpassungsprozessen, aber auch Verkrustungen der Gesellschaft führt.

Welchen Vorteil haben Menschen von gesetzlichen Regelungen, die ihre Freiheit (in diesem Fall als Vermieter) einschränken?

Welchen Vorteil haben Menschen von Regelungen, die ihnen suggerieren, sie könnten sich den Luxus einer Innenstadtwohnung mit einem schmalen Geldbeutel leisten?

Erzieht dieser Ansatz nicht Menschen zur Unselbstständigkeit, weil er ihnen abnimmt, für sich selbst eine optimale Lösung zu finden, die der eigenen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit entspricht?

Was sprich dagegen, wenn man auch von älteren Leuten so viel Flexibilität erwartet, dass sie ggf. eine teure Wohnung in der Stadt aufgeben, zumal ältere Menschen ja sehr häufig gar nicht mehr unbedingt den Zwang haben, in der Nähe eines Arbeitsplatzes oder der nächsten Diskothek zu wohnen?

Sind es nicht gerade MARKTWIRTSCHAFTLICHE PRINZIPIEN, die Menschen dazu bringen, vernünftig und der eigenen Leistungsfähigkeit und den eigenen Ansprüchen angepasst ihre Wünsche zu erfüllen, und damit ausgleichend zu wirken?

Frage von Guntram S. am
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 3 Tage 17 Stunden

Sehr geehrter Herr Seiss,
danke für Ihre Mail.

Ich teile ausdrücklich nicht Ihre Auffassung, nach der das Wohnen in den
Innenstädten unserer Städte allein eine Frage „wirtschaftlicher
Leistungsfähigkeit“ sein sollte.
Im Gegenteil: Lebenswerte, attraktive, funktionsfähige und sozial
ausgeglichene Städte und Gemeinden sind die Grundlage für den sozialen
Zusammenhalt unserer Gesellschaft.
Als Sozialdemokratin stehe ich mit meiner Partei dafür ein, dass sich
städtebauliche Maßnahmen gerade dadurch auszeichnen, eine gesunde
Mischung zwischen Wohnen und Arbeiten, zwischen Angeboten für
Wohlhabende und Normal- und Kleinverdienern zu gewährleisten und durch
barrierefreie Wohnangebote das selbstverständliche Miteinander von Alt
und Jung sowie von Menschen mit und ohne Behinderung zu fördern.
In diesem Sinne unterstütze ich auch den rot-grünen Antrag „Programm
„Soziale Stadt“ zukunftsfähig weiterentwickeln - Städtebauförderung
sichern“ http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/109/1710999.pdf (BT-Drs.
17/10999).

Mit freundlichen Grüßen
Christel Humme