Welche ganz konkreten Dinge wollen Sie im AGH anstoßen/umsetzen/sich dafür einsetzen (die Grünen-Website zu Ihnen ist mir etwas zu unkonkret)?
Sehr geehrte Frau Münster,
Ich finde auf der Website der Grünen recht wenig zu Ihrer Direktkandidatur, und eher biografisches. Könnten Sie vielleicht noch konkrete Dinge benennen, für die Sie sich im AGH einsetzen wollen?
Beispiele: Wie zB. soll das grassierende Neonazi-Problem in Berlin, vorallem in Außenbezirken, bekämpft werden (ich wurde schon mehrfach bedroht. auch Mitglieder von DJV und JS sieht man* in MaHe ständig). Wie soll konkret Radinfrastruktur ausgebaut werden? Welche Radwege? In Hellersdorf im Bereich alte Hellersdorfer Str. und Weiherkette gibt es ein großes Problem mit E-Scootern und Leihrädern. Sie stehen und liegen überall im Weg. Versperren komplette Gehwege. Es braucht andere Lösungen. Wie soll mehr Klimaschutz in Berlin und MaHe aussehen? Was wollen Sie ganz konkret für Jugendlich in Außenbezirken umsetzen?
Sie müssen bitte nicht alles beantworten. Bitte schreiben Sie mir lieber was Sie ganz konkret angehen und was Ihnen wichtig ist.
Ich möchte mich für drei Dinge besonders einsetzen:
Ich finde, jeder Mensch sollte schnell und unbürokratisch die Hilfe bekommen, die er benötigt. Das beginnt für mich bei gut ausgestatteten Sozialämtern, die digital und barrierearm arbeiten, wo man nicht drei Mal die gleichen Unterlagen abgeben muss. Es geht weiter bei Hilfen für gewaltbetroffene Frauen, die durch mehr Schutzplätze in Frauenhäusern oder Zufluchtswohnungen ausgebaut werden muss. Hier möchte ich konkret ein weiteres Frauenhaus für Berlin sowie zwei weitere Zufluchtswohnungen in Marzahn-Hellersdorf.
Außerdem setze ich mich aktiv für eine vielfältige, offene Gesellschaft ein und möchte diese auch vor Rechtsextremist*innen schützen. Insbesondere queere Kinder und Jugendliche sind eine sehr vulnerable Gruppe. Ich will mich dafür einsetzen, dass es in jedem Bezirk mindestens eine queere Jugendfreizeiteinrichtung gibt - etwas wofür ich schon in der Bezirksverordnetenversammlung von Marzahn-Hellersdorf gekämpft habe und was dort auch nach meinem Antrag beschlossen wurde. Ich finde auch, dass der Umgang mit rechtsextremen Ideologien und den Strategien zur Rekrutierung von Jugendlichen fester Teil der Lehrer*innenausbildung werden müssen. Es braucht aber auch bei der Polizei ein stärkeres Bewusstsein für rechtsextreme Bedrohungen, z. B. durch rechte Streamer bei Demos wie der Marzahn Pride.
Das dritte, wofür ich mich besonders stark machen will, sind gerechte Chancen für alle Kinder. Dafür müssen Jugendclubs gestärkt, Freizeitangebote ausgebaut und Lehrkräfte gerechter verteilt werden. Wir haben in Hellersdorf einige Schulen, die nicht genug voll ausgebildete Lehrkräfte haben. Und auch wenn viele Studierende, Referendare und Quereinsteigende ihr Bestes geben, den Schulalltag in unserem Bezirk am Laufen zu halten, braucht es zusätzlich dazu eben die voll ausgebildeten Lehrkräfte. Bisherige softe Mechanismen wie Imageverbesserung, Werbung und Co haben nicht die gewünschten Effekte gezeigt. Ich möchte daher prüfen (lassen), welche weiteren Maßnahmen es gibt und unter welchen Voraussetzungen auch konkrete Zuweisungen von Lehrkräften möglich sind. Ich möchte mich außerdem dafür einsetzen, dass unsere bezirklichen Gemeinschaftsschulen auch endlich bis zum Abitur unterrichten können und nicht mehr nur bis zur zehnten Klasse. Denn viele Kinder und Jugendliche wechseln nach der sechsten Klasse doch von der Gemeinschaftsschule weg, weil sie dort kein Abitur machen könnten. Das darf nicht länger sein.

