Wieso gibt es in Deutschland keine gängiges Äquivalent zum britischen Stocks and Shares ISA?
Sehr geehrte Frau Kopf,
ich richte mich Sie als Freiburger Bundestagsabgeordnete um nachzufragen, warum es bislang in Deutschland kein Äquivalent zum Stocks and Shares ISA aus Großbritannien oder vergleichbaren Anlageformen anderer Länder (z.B. wie in den USA) gibt.
Im Angesicht des demographischen Wandels wird die private Altersvorsorge zunehmend wichtiger. Zeitgleich investieren Deutsche im internationalen Vergleich weniger häufig in Aktien, wodurch unserer Wirtschaft ein wichtiger Wachstumsimpuls entgeht.
Wäre es nicht angemessen, junge Leute zum Investment in ihre Zukunft und die des Landes durch solche Maßnahmen zu unterstützen?
Ich freue mich auf Ihre Antwort!
Mit freundlichen Grüßen
Jan W.
Sehr geehrter Herr W.,
vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihren Hinweis auf das britische Stocks and Shares ISA. Ein solches Modell existiert in Deutschland bislang vor allem deshalb nicht, weil steuerliche Sonderregelungen in der Vergangenheit häufig vor allem Menschen mit höherem Einkommen zugutekamen. Gleichzeitig sehen auch wir Grüne den Bedarf, private Altersvorsorge einfacher, kostengünstiger und transparenter zu gestalten. Deshalb arbeiten wir im Bundestag an einer Reform, die den Vermögensaufbau breiter ermöglicht, unter anderem durch die Idee eines öffentlich verwalteten, nachhaltigen Bürgerfonds, der auch Menschen ohne große Vorkenntnisse Zugang zu langfristigen Renditen bieten soll.
Ihr Anliegen unterstreicht, wie wichtig es ist, gerade jungen Menschen den Einstieg ins Investieren zu erleichtern und Finanzbildung zu stärken. Wir nehmen diese Impulse ernst und prüfen, welche Modelle, auch mit Blick ins Ausland, sinnvoll in das deutsche System übertragen werden können. Ich danke Ihnen sehr für Ihre Anregung und stehe Ihnen bei weiteren Fragen gern zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Chantal Kopf

