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Burkhardt Müller-Sönksen
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Frage von Johannes W. •

Frage an Burkhardt Müller-Sönksen von Johannes W. bezüglich Gesellschaftspolitik, soziale Gruppen

Sehr geehrter Herr Müller-Sönksen,

mein Name ist Johannes Windler und ich bin Oberstufenschüler des Heilwiggymnasiums.
Im Rahmen eines Projektes meines Leistungskurses Gemeinschaftskunde, zum Thema Bundestagswahl, da wir zum ersten Mal wahlberechtigt sind, führe ich eine kleine Umfrage durch.
Es geht darum, wie der Zusammenhang zwischen Wahlkampf und Wahlprognosen/ Meinungsforschungsergebnissen ist und darum, wie die Medien den Wahlkampf der Parteien beeinflussen.

Ich würde Ihnen sehr dankbar sein, wenn Sie sich fünf Minuten Zeit nehmen könnten, um meine Fragen zu beantworten.

1. Sehen Sie einen Zusammenhang zwischen Wahlkampf und Wahlprognosen, wenn ja, welchen?
2. Lassen Sie/ Ihre Partei sich im Wahlkampf oder beim Wahlprogramm von Prognosen beeinflussen, wenn ja/ nein, warum?
3. Erstellen Sie Ihr Wahlprogramm unter anderem auf Grundlage von Meinungsforschungsergebnissen, wenn ja/ nein, warum?
4. Sind Sie der Meinung, dass Wahlprognosen die Psyche der Wähler beeinflussen und somit auch ihr Wahlverhalten, wenn ja/ nein, warum?

Ich danke Ihnen vielmals, für die Beantwortung der Fragen.

Mit freundlichen Grüßen

Johannes Windler

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Antwort von FDP

Sehr geehrter Herr Windler,

hier meine Antworten auf Ihre Fragen:

1. Sehen Sie einen Zusammenhang zwischen Wahlkampf und Wahlprognosen, wenn ja, welchen?

In der Tat rücken politische Meinungsumfragen im Vorfeld von Bundestagswahlen immer stärker ins Zentrum der Medienaufmerksamkeit. Dabei wird, wie Sie mit Ihrer Frage vollkommen richtig anmerken, immer wieder die Möglichkeit diskutiert, dass die Befunde politischer Meinungsumfragen eigenständige Einflüsse auf die Wähler ausüben. Die vorangegangenen Bundestagswahlen im Jahr 2005 sind jedoch ein gutes Beispiel dafür, dass sich die Meinungsforscher auch durchaus täuschen können und es enorme Abweichungen zwischen den Prognosen und dem tatsächlichen Wahlergebnis geben kann. So wurde der Union im Vorfeld der Wahlen von den großen Meinungsforschungsinstituten ein wesentlich besseres Ergebnis vorhergesagt, als wie Sie es am Ende tatsächlich erhalten hat. Im Gegenzug dazu wurde die FDP stark unterschätzt. Letztendlich zählt also wie der Wähler entscheidet und nicht das was die Demoskopen vorhersagen. In Zeiten in denen der Anteil der Wechselwähler und derjenigen, die bis kurz vor der Wahl zu den Unentschlossen zählen immer größer wird können Wahlprognosen ohnehin eher als Tendenz aufgefasst werden. Somit fällt es schwer Ihre Frage mit einem klaren Ja oder Nein zu beantworten, da zusätzlich zu den Prognosen noch eine Vielzahl an anderen Faktoren hinzukommt.

2. Lassen Sie/ Ihre Partei sich im Wahlkampf oder beim Wahlprogramm von Prognosen beeinflussen, wenn ja/ nein, warum?

Die FDP steht für eine nachhaltige Politik, die sich nicht von kurzfristigen Prognosen leiten lässt nur um kurzfristig ein vermeintlich besseres Ergebnis zu erzielen. Damit unterscheiden wir uns deutlich von Parteien wie der Linken, die mit populistischen Forderungen wie "Mehr Reichtum für alle", "Reichtum besteuern", oder "Bundeswehr raus aus Afghanistan" versuchen Wählerstimmen zu erhaschen. Natürlich ist es für uns wichtig zu wissen, was die Menschen bewegt und welche Themen den Bürgerinnen und Bürgern am Herzen liegen. Wir versuchen sie aber durch Glaubwürdigkeit, eine gute Politik und mit Konzepten zu überzeugen.

3. Erstellen Sie Ihr Wahlprogramm unter anderem auf Grundlage von Meinungsforschungsergebnissen, wenn ja/ nein, warum?

Das was im laufenden Wahlkampf gilt, gilt natürlich auch für unser Wahlprogramm. Meine Partei und ich haben unser Wahlprogramm und politischen Ziele aufgrund von unseren Überzeugungen und Auffassungen entwickelt. Wir lassen uns diesbezüglich nicht von Meinungsumfragen beeinflussen, auch wenn das vielleicht attraktiv erscheinen mag, um kurzfristig Stimmen zu gewinnen. Langfristig halte ich solch eine Vorgehensweise jedoch für kurzsichtig und ist meiner Meinung nach auch Betrug an den Wählern.

4. Sind Sie der Meinung, dass Wahlprognosen die Psyche der Wählerbeeinflussen und somit auch ihr Wahlverhalten, wenn ja/ nein, warum?

Ich möchte gleich vorweg sagen, dass ich nicht zu beurteilen wage, wie und ob Wahlprognosen das Wahlverhalten von Bürgerinnen und Bürger beeinflussen.
Letzten Endes vertraue ich jedoch gerade als Mitglied der FDP auf das Bild des "eigenverantwortlichen Staatsbürgers", das die Grundlage von jedem demokratischen Selbstverständnis bildet.

Mit freundlichen Grüßen
Burkhardt Müller-Sönksen MdB

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