Bernhard Rapkay
SPD
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Frage von Ureoreg Qrexfra an Bernhard Rapkay bezüglich Land- und Forstwirtschaft

# Land- und Forstwirtschaft 13. Apr. 2014 - 18:45

Sehr geehrter Herr Rapkay,

immer weniger Sorten landen auf unseren Tellern. Die Vielfalt unserer Nutzpflanzen ist in Gefahr. Egal ob Getreide, Gemüse oder Obst: Eine Handvoll großer Weltkonzerne versucht, den globalen Saatgutmarkt zu kontrollieren. Hilfreich dabei sind Patente auf Züchtungen sowie gesetzgeberische Vorgaben zugunsten der Konzerne, zum Beispiel auch in der EU. Denn längst haben die Lobbyisten erkannt, wie man mit Saatgut Milliarden verdienen kann. Kleine Zuchtbetriebe kämpfen immer härter um ihr Überleben. Und um die Rettung des vielfältigen Saatguts.
Quelle:plante-e (ZDF: http://www.zdf.de/planet-e/die-saatgut-retter-weltkonzerne-versuchen-den... )

Zuchtbetriebe kämpfen immer härter um ihr Überleben. Und um die Rettung des vielfältigen Saatguts.
In allen Supermärkten Europas liegen dieselben Obst- und Gemüsesorten in den Regalen. Der Grund: Immer stärker bestimmen Saatgut-Konzerne den Lebensmittelmarkt - unterstützt von der EU. Sie verkaufen Hochleistungssorten, die Landwirte nicht mehr selbst vermehren können, sondern nach jeder Ernte neu hinzukaufen müssen. Nur noch selten erhalten Neuzüchtungen, die zum Nachsäen geeignet sind, überhaupt noch eine Zulassung. Jetzt plant die EU diese Regelungen, die große Konzerne bevorzugen, sogar noch auszuweiten.

Herr Rapkay, werden Sie im Interesse der Bürger, der Landwirte und kleinen Zuchtbetriebe sich für die Vielfalt unserer Nutzpflanzen und sich gegen die Interessen der Konzerne stellen?

Und wann ist BIO nun BIO (Video: ab Minute 16)? Darf ich als Verbraucher und freier Bürger erwarten, dass ich natürliche Bio-Lebensmittel erwerben kann und diese leicht von im Labor erzeugte Bio-Lebensmitteln (aus Laborsaatgut gewonnen) unterscheiden kann?
Werden Sie sich für die Nahrungsvielfalt und deren Nachhaltigkeit einsetzen?

Mit freundlichen Grüßen

Herbert Derksen

Von: Ureoreg Qrexfra

Antwort von Bernhard Rapkay (SPD)

Sehr geehrter Herr Derksen,

ich würde Sie doch bitten, Ihre Anfrage etwas konkreter zu fassen. ": Immer stärker bestimmen Saatgut-Konzerne den Lebensmittelmarkt - unterstützt von der EU." Was konkret meinen Sie mit der Unterstützung? Sie sprechen von Planung der EU: "Jetzt plant die EU diese Regelungen, die große Konzerne bevorzugen, sogar noch auszuweiten." Welche "Planung" meinen Sie?

Mir fiele dazu nur die sog. "Saatgutverordnung" ein. Bei der scheinen Sie aber offensichtlich nicht zu wissen, dass das Europäische Parlament diese bereits mit großer Mehrheit abgelehnt hat. Die Presse hat darüber berichtet. Ich füge Ihnen gerne den Link der Website des Europäischen Parlamentes bei, die darüber informiert:

http://www.europarl.europa.eu/news/de/news-room/content/20140307IPR38202...

Es liegt jetzt an den Mitgliedsstaaten bzw. dem Ministerrat, sich der Ablehnung durch das Europäische Parlament anzuschließen.

Sollten Sie nun doch etwas anderes gemeint haben, bitte ich Sie, Ihre Fragen zu konkretisieren.

Mit freundlichen Grüßen

Bernhard Rapkay

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