Sehr geehrte Frau Grothus, was halten Sie davon, dass das Rentenalter an die Lebenserwartung gekoppelt werden soll?
Sehr geehrte Frau B.,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Die Frage, wie wir unser Rentensystem langfristig finanzieren und gleichzeitig soziale Gerechtigkeit gewährleisten, gehört zu den großen Herausforderungen der Bundespolitik.
Die Diskussion, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln, wird derzeit intensiv geführt. Aus meiner Sicht ist dabei entscheidend, dass die Lebensrealität der Menschen berücksichtigt wird. Viele Beschäftigte – insbesondere in körperlich oder psychisch belastenden Berufen oder mit gesundheitlichen Einschränkungen– können schon heute nur schwer bis zur Regelaltersgrenze arbeiten. Eine rein schematische Erhöhung des Renteneintrittsalters würde diesen oft auch individuellen Unterschieden nicht gerecht.
Die konkrete Ausgestaltung der Rentenpolitik ist Aufgabe des Bundes. Die Grüne Bundestagsfraktion setzt sich dafür ein, das Rentenniveau verlässlich zu sichern und Menschen die Möglichkeit zu geben, gesund bis zum Renteneintritt arbeiten zu können.
Statt einer pauschalen Anhebung des Rentenalters stehen aus unserer Sicht gute Arbeitsbedingungen, Prävention, Rehabilitation sowie flexible Übergänge in den Ruhestand im Mittelpunkt. Gleichzeitig sollen mehr Menschen in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden, um ihre Finanzierung langfristig zu stärken.
Die Position der Grünen Bundestagsfraktion finden Sie hier: https://www.gruene-bundestag.de/unsere-politik/fachtexte/gesund-laenger-arbeiten-und-soziale-absicherung-staerken/
Als Landtagsabgeordnete kann ich über bundesgesetzliche Regelungen zur Rente nicht entscheiden. Mir ist jedoch wichtig, dass Reformen sowohl generationengerecht als auch sozial ausgewogen ausgestaltet werden. Dazu gehört, die unterschiedlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen ernst zu nehmen und Lösungen zu finden, die langfristig tragfähig sind.
Vielen Dank, dass Sie sich mit Ihrem Anliegen an mich gewandt haben.
Mit freundlichen Grüßen,
Antje Grothus
