Anke Domscheit-Berg

| Abgeordnete Bundestag
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Jahrgang
1968
Wohnort
Fürstenberg/Havel
Berufliche Qualifikation
M.A. European Business Administration
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wahlkreis

Wahlkreis 60: Brandenburg an der Havel - Potsdam-Mittelmark I - Havelland III - Teltow-Fläming I

Wahlkreisergebnis: 15,1 % (eingezogen über Liste)

Liste
Landesliste Brandenburg, Platz 3
Parlament
Bundestag

Die politischen Ziele von Anke Domscheit-Berg

 

Heute die Weichen stellen – für eine Zukunft, die sozial und gerecht ist. Für alle!

 

Ich kandidiere für den Bundestag, weil mir die Zukunft am Herzen liegt. Den aktuellen Rechtsruck halte ich für sehr gefährlich und ich möchte mich dem persönlich entgegenstellen. Mich treibt aber auch der Wunsch an, die aktuelle digitale Revolution mit einer sozialen Revolution zu begleiten - dafür ist in dieser Zeit des Umbruchs eine starke LINKE im Bundestag wichtiger als je zuvor.

 

 

Wir leben in einer besonderen Zeit, die als Industrielle oder Digitale Revolution beschrieben wird. Der Begriff „Revolution“ ist kein bisschen übertrieben, denn alles wird sich verändern. Zwei Drittel der heutigen Grundschüler werden in Berufen arbeiten, die wir noch nicht kennen. Die Veränderungen werden schnell passieren, weshalb wir zügig die Weichen dafür stellen müssen, dass die großartigen Potenziale der Digitalisierung dem Gemeinwohl dienen. Wenn sich Arbeitsplätze durch Automatisierung verändern oder wegfallen, brauchen wir ein Recht auf lebenslange Weiterbildung aber auch ganz neue Wege, um den durch Roboter und Software geschaffenen Reichtum umzuverteilen.

 

Künftig wird ein großer Teil der Wertschöpfung vermutlich nicht mehr über Löhne verteilt werden. Es wird aber auch bei weniger Arbeit mehr Reichtum als heute geben. Wir haben die Chance auf mehr freie Lebenszeit bei gleichzeitig mehr Wohlstand – aber nur, wenn wir kluge politische Rahmenbedingungen schaffen.

 

Die größte Herausforderung wird dabei die Umverteilung von Reichtum zum Wohle aller sein. Aber nur so lässt sich die Würde des Menschen auch in einer Gesellschaft wahren, in der es nicht mehr für jeden eine bezahlte Vollzeiterwerbstätigkeit gibt. Langfristig muss man auch über soziale Revolutionen wie das Bedingungslose Grundeinkommen ohne Scheuklappen reden und wie in Finnland auch in Deutschland Erfahrungen damit in einem Pilotprojekt sammeln. Den Kopf in den Sand zu stecken und vor der „Arbeit 4.0“ die Augen zu verschließen, hilft niemandem.

 

Ich sehe die guten Potenziale der digitalen Revolution und will dafür kämpfen, dass wir alle etwas davon haben. Kurzfristig brauchen wir eine  Kindergrundsicherung und eine Mindestrente, denn niemand sollte in einem reichen Land arm sein müssen, aber ganz besonders keine Kinder und älteren Menschen. Höhere Vermögens- und Unternehmenssteuern sollten in die Zukunft investiert werden. Dazu gehört eine flächendeckende Glasfaserinfrastruktur, denn nur Glasfaser taugt als Lebensader der digitalen Gesellschaft. Nicht nur Unternehmen, auch Bauernhöfe, Schulen oder Behörden brauchen schnelles Internet, um gut zu funktionieren. Für viele Menschen bedeutet ein schnelles Internet mehr Lebensqualität in der Freizeit oder mehr Freizeit, weil es oft die Voraussetzung dafür ist, auch einmal zuhause zu arbeiten und weniger pendeln zu müssen. Im Alter kann man länger in den eigenen vier Wänden leben, weil medizinische Dienste jederzeit erreichbar sind. Auch autonome Fahrzeuge wird es nur mit schnellem Internet geben. Im öffentlichen Nahverkehr können diese Fahrzeuge gerade auf dem Land günstige Verbindungen von Tür zu Tür bieten -  ohne Haltestellen und Fahrpläne, rund um die Uhr, einfach nach Bedarf.

 

Computer und ein Breitbandanschluss müssen zum Existenzminimum gehören und die Glasfaserinfrastruktur sollte wie jede andere kritische Infrastruktur (Strom- oder Wasserversorgung) in öffentlicher Hand sein, am besten in kommunaler Verwaltung, denn sie ist ein natürliches Monopol, das jeder Haushalt braucht, aber eben nur einmal. Dem freien Markt mit einseitigen wirtschaftlichen Interessen sollte man Netze der Daseinsvorsorge nicht überlassen. In Schweden besitzen Zweidrittel aller Kommunen ihr eigenes Glasfasernetz, eine Investition, die sich dort auch für die Kommunen lohnt, denn so bleibt die Netzrendite im Ort und dient dem Gemeinwohl. 

 

Vor der Zukunft braucht man keine Angst zu haben, auch wenn sich viel verändert. Es gilt nur rechtzeitig die richtigen politischen Entscheidungen zu treffen, damit nicht die Interessen großer Konzerne überwiegen und den sozialen Frieden gefährden. Das Schöne an der Demokratie ist, dass wir die Macht haben, das zu verhindern und die Zukunft zum Wohle aller zu gestalten.

Über Anke Domscheit-Berg

Ich wurde 1968 in Premnitz im Havelland geboren, wuchs in Müncheberg, Märkisch-Oderland, auf und lebe heute in Fürstenberg/Havel in einer ländlichen Region, als Brandenburgerin mit Leib und Seele. Während der Wende habe ich mich als Kunststudentin in der DDR Opposition und für einen „Dritten Weg“ engagiert. Nach der Wiedervereinigung fand ich im Westen Arbeit, studierte dort und in England erneut, diesmal Internationale Betriebswirtschaft. 1998 zog es mich in die Heimat zurück. Nach 14 Jahren bei verschiedenen Beratungs- und IT-Unternehmen habe ich mich 2011 als Publizistin und Beraterin selbständig gemacht. Ich habe seither zwei Bücher veröffentlicht und zahlreiche Artikel in verschiedenen Medien, u.a. als wöchentliche Kolumnistin bei der Frankfurter Rundschau und bin öfter Gast in Funk und Fernsehen, um Fragen zu meinen Schwerpunktthemen zu beantworten, also rund um die digitale Gesellschaft, die Zukunft der Arbeit, Geschlechtergerechtigkeit oder Möglichkeiten der Demokratieverbesserung durch mehr Bürgerbeteiligung und eine transparentere Politik. 2016 habe ich gemeinsam mit meinem Mann, Transparenzaktivist Daniel Domscheit-Berg, ein Unternehmen gegründet, das den Breitbandausbau durch Kommunen nach schwedischem Vorbild unterstützt, da wir beide glauben, dass eine so kritische Infrastruktur in öffentlicher Hand bleiben sollte. Ehrenamtlich engagiere ich mich seit fast 20 Jahren für mehr Gleichberechtigung und seit 10 Jahren für eine transparentere Politik mit mehr Bürgerbeteiligung. In einer Denkfabrik der Welthungerhilfe unterstütze ich die Suche nach digitalen Lösungen, die überall auf der Welt einsetzbar sind, um Not zu lindern und die Lebenssituation von Menschen zu verbessern. Das Innovationslabor in unserem Haus stellen wir Bildungsprojekten für digitale Bildung zur Verfügung, z.B. für 3D Druck Kurse in Projektwochen. Unser Haus haben wir auch für Geflüchtete geöffnet: mehr als ein Jahr waren dort insgesamt etwa 40 Flüchtlinge als Gäste untergekommen. Ich bin nach wie vor aktives Mitglied der lokalen Willkommensinitiative, unterstütze Geflüchtete beim Bewältigen der Bürokratie, Arztbesuchen, Familienzusammenführungen oder Organisation und Verteilung von Sachspenden. Meine Familie, vor allem mein Mann und mein Sohn, ist mein Anker im Leben, wir teilen die gleichen Werte und ich bekomme die nötige Unterstützung für mein ehrenamtliches und politisches Engagement. Privat verbringe ich am liebsten Zeit in meinem Garten - mit Blumen und Gemüse, stricke viel und gern (am liebsten Guerillastricken, also das Bestricken z.B. von Bäumen, Zäunen, Panzern oder Flugzeugen) und bin auch in sozialen Medien oft anzutreffen.

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