DIE GRÜNEN

Frage an Anja Hajduk von Znegvan Crgrefra bezüglich Bildung und Forschung

16. Februar 2011 - 09:22

Hallo Frau Hajduk,

in der letzten Legislaturperiode wurde viel Geld für eine Strukturreform ausgegeben, die nicht zustande kam. Wie soll Schule mit den Grünen künftig in Hamburg aussehen und was haben Gymnasialkinder von grüner Schulpolitik zu erwarten?

Frage von Znegvan Crgrefra
Antwort von Anja Hajduk
16. Februar 2011 - 13:39
Zeit bis zur Antwort: 4 Stunden 16 Minuten

Sehr geehrte Frau Petersen,

haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage. Leider wurde in den vergangenen Jahren immer wieder die fälschliche Behauptung in die Welt gesetzt, dass für die nicht umgesetzte Primarschule viel Geld ausgegeben wurde.

Richtig ist viel mehr, dass die meisten Kosten - auch die Baukosten - aufgewandt werden mussten und müssen, damit wir Lehrer und Lehrerinnen für kleinere Klassen einstellen und die nötigen zusätzlichen Räume für diese Klassen bauen können. Durch die Nichteinführung der Primaschule wurde allerdings tatsächlich ein Teil der zusätzlichen Baukosten eingespart - hier handelte es sich jedoch nur um Planungen, die nach dem Volksentscheid nicht weiter verfolgt wurden. Baukosten für geplante Zubauten sind also erst gar nicht angefallen.

Richtig ist auch, dass mit einer grünen Schulsenatorin erreicht werden konnte, dass die Ausgaben der Schulbehörde in den Jahren 2008 bis 2010 um rund 10 Prozent gesteigert wurden. Wir haben damit in den Jahren 2008, 2009 und 2010 über 500 zusätzliche Lehrerstellen geschaffen. Diese Stellen dienen vor allem kleineren Klassen: In den Grundschulen gelten nun - aufwachsend mit den jetzigen ersten Klassen - als Obergrenzen: 19 Kinder in benachteiligten Gebieten (KESS 1 und 2) und 23 Kinder in den übrigen Schulen. Außerdem wurde die Richtzahl für die Vorschulklassen in KESS-1- und KESS-2-Schulen von 18 auf 17, in den übrigen Schulen von 22 auf 21 Schülerinnen und Schüler gesenkt. Hinzu kommen die kleineren Klassen in den Stadtteilschulen. In den Klassen 5 und 6 der Stadtteilschulen gelten 23 Kinder als Obergrenze. Auch die Oberstufen an den Gymnasien haben wir bereits zum Schuljahr 2009/10 mit 46 zusätzlichen Stellen gestärkt.

Es gibt noch einen weiteren Bereich, in dem wir viel Geld investieren konnten: Ganztagsschulen. Insgesamt konnten wir 2008 - 2010 38 neue Ganztagsschulen einrichten. Zum Beginn des nächsten Schuljahres - also noch in diesem Jahr - werden zusätzlich insgesamt 29 Schulen ein Ganztagsangebot anbieten, indem sie mit Horten aus der Nachbarschaft zusammenarbeiten.

Wie geht es mit dem Schulsystem weiter? Wir meinen, dass unsere Grundschulen mit ihrer erfolgreichen pädagogischen Arbeit das Fundament eines gerechten und leistungsstarken Schulsystems bilden. Im Anschluss an die Grundschule stehen den Schülerinnen und Schülern in Hamburg in Zukunft zwei allgemeinbildende Schulformen zur Verfügung: die Stadtteilschule und das Gymnasium. Wir wollen beide Systeme so ausstatten, dass die Kinder und Jugendlichen optimal gefördert und unterstützt werden. Auf beiden Wegen werden Begabtenförderung und die Unterstützung hoher Leistungen ermöglicht. Die soziale Spaltung und die Ungerechtigkeit im Bildungswesen werden gemildert, wenn Jede oder Jeder die Chance bekommt, den für sie oder ihn besten erreichbaren Abschluss zu machen - egal, wie gebildet die Eltern sind, wo sie wohnen oder woher sie stammen. Schulen werden daher insbesondere in den sozial benachteiligten Stadtteilen besser ausgestattet. Entsprechende Modelle werden gemeinsam mit den Schulen entwickelt.

Mit freundlichen Grüßen

Anja Hajduk