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Frage von Sven M. •

Frage an Andreas Weigel von Sven M. bezüglich Recht

Zum Thema Paintball-Verbot schreiben Sie, dass das Spiel das Töten von Menschen simuliert.
Zwar kann ich diese Aussage nicht ganz von der Hand weisen, jedoch ist das Spielen mit harmlosen Waffen schon immer ein Bestandteil unseres Lebens gewesen. Das reicht von Wasserpistolen über das Fechten mit Holzschwertern in der Kindheit bis zu Sportarten wie dem Degen- und Florett-Fechten.
Der Unterschied hier: Bei Paintball ist es meines Wissens irrelevant, wo ein Gegenspieler von der Farbkugel getroffen wird. Beim Fechten jedoch zählen insbesondere Körpertreffer, schaut man sich die Vergangenheit des Fechtsports an, so merkt man, dass hier insbesondere Treffer gezählt werden, die mit scharfen Waffen eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine tödliche Verletzung bieten.
Jetzt frage ich Sie: Wieso wird darüber diskutiert, einen modernen Sport zu verbieten, der zwar - zugegeben - martialisch aussieht, aber meiner Erfahrung nach eher zum Aggressionsabbau führt (unter anderem, weil die Treffer, die man selbst einsteckt, ziemlich schmerzhaft sein können), aber alte Sportarten, die weit realistischer das Töten von Menschen trainieren (Fechten, Bogenschießen, Schußwaffen von Kleinkaliberpistolen über Bogen und Armbrust bis Präzisionsgewehr), nicht einmal in der Diskussion auftauchen? (Zumindest in den Äußerungen, die ich gefunden habe.)
Ja, es wird über eine Verschärfung des Waffengesetzes diskutiert, was insbesondere die erwähnten Schußwaffen trifft, aber wieso wird über das Verbot von Paintball diskutiert, nicht aber über ein Verbot von Schützenvereinen und Co?
Ich bin wahrlich niemand, der Gewalt gut findet, aber diese Diskussion schießt wie viele Andere im Bereich Sicherheit momentan weit über das Ziel hinaus.

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Antwort von
SPD

Sehr geehrter Herr Müller,

vielen Dank für Ihre Anfrage bezüglich der Diskussion um das Verbot von Paintball.

Ich habe mich vor kurzem in meinem Wahlkreis mit dem Koordinator der Deutschen Paintball-Liga Herrn Thomas Seifferth getroffen, um mich aus erster Hand über dieses Spiel zu informieren. Ich habe mir die Regeln erklären lassen und mir ein Wettkampf-Video angesehen. Aber auch nach diesem Besuch muss ich sagen, dass dieser Sport mit meinem Weltbild nicht vereinbar ist.

Das heißt allerdings nicht, dass ich im Deutschen Bundestag deswegen für ein Verbot von Paintball votieren würde. Von einer sofortigen Untersagung wurde ohnehin abgesehen, um Schnellschüsse zu vermeiden, die möglicherweise über das Ziel hinausgehen.

Vielmehr fordert die SPD-Bundestagsfraktion, das Gefahrenpotential von realen Spielen mit Tötungs- oder Verletzungssimulation unter Einbeziehung von kriminologischen, psychologischen und soziologischen Gutachten zu untersuchen. Anschließend muss geprüft werden, inwieweit derartige Spiele unterbunden oder in ihrem Ablauf eingeschränkt werden sollten. Über entsprechende Regelungen müsste gegebenenfalls vom nächsten Bundestag entschieden werden. Ich halte dies für einen guten Weg, um puren Aktionismus zu vermeiden.

Des Weiteren sollen in Zusammenarbeit mit den Schießsportverbänden Regelungen ausgearbeitet werden, die das zulässige Bewegungsschießen klar vom kampfmäßigen Schießen abtrennen.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Weigel, MdB