Warum geben Sie die Mitgliederdaten nicht weiter? Werden Sie das Urteil des Gericht akzeptieren?
„Mehr Diplomatie wagen“, fordert in Kriegszeiten eine Gruppe in der SPD. Die Partei verweigerte ihr Mitgliederdaten – und unterlag jetzt krachend vor Gericht.
Sehr geehrte Frau W.,
vielen Dank für Ihre Frage. In einem liberalen Rechtsstaat sind gerichtliche Urteile selbstverständlich zu akzeptieren. Dazu gehört aber ebenso, dass Entscheidungen durch eine zweite Instanz überprüft werden können. Genau davon macht die SPD derzeit Gebrauch.
Das Urteil der ersten Instanz hat uns in der Tat überrascht. Nach Einschätzung unserer juristischen Expertinnen und Experten stellt sich die Rechtslage differenzierter dar, weshalb die nächste Instanz nun eine erneute Prüfung vornimmt.
Grundsätzlich möchte ich betonen: In dieser Frage geht es nicht um eine inhaltliche politische Positionierung oder die Unterdrückung innerparteilicher Debatten. Es geht vielmehr um den verantwortungsvollen Schutz der personenbezogenen Daten von über 30.000 SPD-Mitgliedern in Baden-Württemberg. Dieser Schutz ist für mich eine zentrale Verpflichtung.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Stoch

