Sehen Sie nicht die Gefahr, dass die 4,5 % Kürzung Psychotherapie-Angebote für Kinder und Jugendliche reduziert und dadurch Versorgung, Bildung und Arbeitsmarkt nachhaltig belastet?
Sehr geehrter Herr Mattfeldt, die geplante Kürzung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Nachfrage nach psychotherapeutischer Versorgung für junge Menschen besonders hoch ist. Schon jetzt sind Wartezeiten lang, und eine Reduzierung der Vergütung könnte Praxen zwingen, Angebote einzuschränken. Studien zeigen, dass Psychotherapie pro investiertem Euro 2–4 € gesellschaftlichen Nutzen bringt (Deutsche PsychotherapeutenVereinigung; Technische Universität Braunschweig), u. a. durch geringere Fehlzeiten und höhere Produktivität. Hochrechnungen (WHO/UNICEF) zeigen, dass unzureichende Versorgung im Jugendalter langfristig massive volkswirtschaftliche Schäden verursachen kann (bis 110 Billionen USD bis 2050) und die Chancen auf Bildung und Arbeitsmarktintegration deutlich senkt (COPSY-Studie, UKE). Die Kürzung könnte diese Effekte noch verschärfen.


