André Schulze vor Baum und Uferbegrenzung
André Schulze
Bündnis 90/Die Grünen
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Frage von Petra R. •

Warum werden im Volkspark Hasenheide 2-3x pro Jahr die Grünstreifen gemäht? Die Erde trocknet aus, Lebensraum für Insekten verschwindet. Gleichzeitig investiert man 5 Mio € für Klimaresilienz. ???

Sehr geehrter Herr Schulze,
ich wohne in der Nähe der Hasenheide und nutze sie gerne für Spaziergänge. Die Naturqualität mitten in der Großstadt ist für mich gar nicht hoch genug einzuschätzen.
Eins verstehe ich allerdings nicht: Zwei- bis dreimal im Jahr werden die Grünstreifen mit Gräsern, Kräutern und Blumen seitlich der Wege gemäht. Das hat zur Folge, dass die Sonne den ganzen Sommer gnadenlos auf die nackte Erde scheint und nichts mehr dort wächst, der Boden statt dessen immer mehr austrocknet. Der Grünstreifen ist ein Braunstreifen geworden, der Lebensraum für viele Insekten zerstört.
Wie geht das zusammen? Man investiert 5 Mio Euro, um die Hasenheide klimaresilient zu gestalten und gleichzeitig mäht man die Grünstreifen und der Park trocknet verstärkt aus. Das ist auch Mähen kostenintensiv.
Ich wünsche mir, dass die Hasenheide und andere Parks nur so viel bzw. wenig zu gemäht werden, wie es aus landschaftsgärtnerischer und klimatischer Sicht wirklich sinnvoll und notwendig ist.

André Schulze vor Baum und Uferbegrenzung
Antwort von
Bündnis 90/Die Grünen

Sehr geehrter Frau R.,

vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihr Interesse an Naturschutz und Biodiversität in Neukölln. Ich bitte die lange Antwortzeit zu entschuldigen, da ich mich über die aktuellen Pläne des Bezirksamtes informieren musste.
 
Die Hasenheide ist für die Menschen als Nah- und Erholungsgebiet mitten im dicht besiedelten und stark versiegeltem Nordneukölln
unverzichtbar. Um so dringlicher ist auch eine Umgestaltung und Anpassung an die Folgen des Klimawandels, wie zum Beispiel mehr Starkregen und längere Hitze- und Dürreperioden.

Mit dem klimaresilienten Umbau ist auch eine Überprüfung und Reduzierung der Mähfrequenz verbunden. Das Grünflächenamt wird künftig prüfen, welche Flächen in der Hasenheide weniger intensiv gemäht werden können. Dabei werden vor allem Randbereiche und weniger frequentierte Bereiche in Betracht gezogen. Das kommt auch den vielen unterschiedlichen Bedürfnissen der Parkbesucher*innen zugute (Naherholung, Naturschutz, Sicherheit etc.), fördert zugleich die biologische Vielfalt und schützt verstärkt Insekten und Kleintiere.

 Haben Sie weitere Fragen oder Anregungen?
 Schreiben Sie mir, ich freue mich jederzeit, von Ihnen zu lesen.

 
Viele Grüße
André Schulze

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