Hamburg/Schwerin, 21.08.2026 – Kein Wahlkreis in Mecklenburg-Vorpommern gleicht dem anderen: An der Ostseeküste gibt es andere Herausforderungen als in der Fläche oder in Schwerin. Umso wichtiger ist es, dass sich die unterschiedlichen Bedürfnisse auch im Landtag widerspiegeln. Mit der Erststimme entscheiden die Wähler:innen, wer ihren Wahlkreis dort vertritt. Damit sie wissen, wofür die Kandidierenden, unabhängig vom Parteibuch, persönlich stehen, startet die überparteiliche Transparenzinitiative abgeordnetenwatch heute zwei kostenlose Entscheidungshilfen für die Erststimme.
Mit dem kandidierendencheck finden Wähler:innen in wenigen Minuten heraus, welche Direktkandidierenden in ihrem Wahlkreis ihren eigenen Positionen am nächsten stehen. Dazu positionieren sie sich zu 19 Thesen, die zentrale und teils umstrittene Fragen der Landespolitik aufgreifen, wie das Smartphone-Verbot an Schulen, die Umwandlung von Wohnungen in Ferienwohnungen oder den KI-Einsatz auf öffentlichen Plätzen. Nach Eingabe ihrer Postleitzahl erfahren die Nutzer:innen, welche Kandidierenden ihre Positionen teilen und welche nicht.
Um ein möglichst umfassendes Ergebnis zu erzielen, hat abgeordnetenwatch alle Kandidierenden vorab um ihre Positionen gebeten. Aktuell haben sich bereits 70 Prozent von ihnen positioniert. Unter ihnen befinden sich auch die Spitzenkandidat:innen aller antretenden Parteien. Ein genauerer Blick auf die einzelnen Parteien zeigt Unterschiede in der Teilnahmequote: Bei den Linken, den Grünen, der SPD und der AfD haben sich bereits mehr als 70 Prozent der Kandidierenden beteiligt. Bei der CDU liegt die Teilnahmequote derzeit bei 56 Prozent und bei der FDP bei 45 Prozent. (Stand: 20.08.26, 20 Uhr).
Louiza Charalambous, Plattform-Leiterin bei abgeordnetenwatch, kommentiert: "Bei der Landtagswahl stehen wichtige Entscheidungen an, und die Mehrheiten im Land sind offen. Gerade dann reicht es nicht, nur auf Parteizugehörigkeit oder Umfragewerte zu schauen. Wähler:innen sollten wissen, wofür die Kandidierenden in ihrem eigenen Wahlkreis stehen. Der kandidierendencheck macht diese Positionen sichtbar, vergleichbar und dauerhaft öffentlich. So kann ich bewusst und informiert entscheiden, wer mich im Landtag vertritt."
Neben dem kandidierendencheck bietet abgeordnetenwatch auf dem ab sofort freigeschalteten Frageportal für Mecklenburg-Vorpommern allen Bürger:innen die Möglichkeit, die Kandidierenden selbst zu Themen zu befragen, die ihnen für ihre Wahlentscheidung wichtig sind. Die Organisation prüft alle Fragen und Antworten vor der Veröffentlichung anhand ihres Moderations-Codex. So bleiben Hass, Falschinformationen oder unangemessene Fragen nach dem Privatleben außen vor.
Alle Fragen und Antworten bleiben auch nach der Wahl dauerhaft öffentlich einsehbar, ebenso die Positionen im kandidierendencheck. So entsteht ein dauerhaftes digitales Wähler:innengedächtnis, das nachvollziehbar macht, welche Positionen Kandidierende vor der Wahl vertreten haben und wie sie diese danach beispielsweise bei namentlichen Abstimmungen politisch umsetzen.