Hamburg/Berlin, 24.08.2026 – Vier Wochen vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl startet die überparteiliche Transparenzorganisation abgeordnetenwatch am Montag zwei kostenlose Wahlhilfen für die Erststimme: Mit dem interaktiven „kandidierendencheck" und dem „Frageportal für Berlin" finden Berliner:innen heraus, welche Kandidierenden ihren politischen Positionen am nächsten stehen und welche nicht. Wie viele Direktkandidierende sich am Check beteiligen, unterscheidet sich dabei deutlich von Partei zu Partei.
Mit dem kandidierendencheck finden Wähler:innen in wenigen Minuten heraus, welche Direktkandidierenden in ihrem Wahlkreis ihren Positionen am nächsten stehen. Dafür bewerten sie 21 Thesen, die zentrale und teils kontrovers diskutierte Fragen der Landespolitik aufgreifen, von der Bebauung des Tempelhofer Feldes übers Spreebaden bis zu KI-Überwachungstechnik an öffentlichen Plätzen. Nach Eingabe der Postleitzahl erhalten die Nutzer:innen eine prozentuale Auswertung, welche Kandidierenden mit ihnen übereinstimmen und welche eher nicht.
Damit sich Wähler:innen einen möglichst vollständigen Überblick machen können, hat abgeordnetenwatch vorab alle 670 Direktkandidierenden um ihre Positionen gebeten. 70 Prozent haben sich bereits beteiligt, mit großen Unterschieden zwischen den Parteien: Während 94 Prozent der Grünen-Kandidierenden und 88 Prozent der Linken mitmachen, liegen die Kandidierenden der CDU mit 45 Prozent weit zurück. SPD (69 Prozent) und AfD (60 Prozent) liegen dazwischen. Die fünf Spitzenkandidierenden der genannten Parteien haben alle am Check teilgenommen (Stand: 23.8.26, 20 Uhr).
Louiza Charalambous, Plattform-Leiterin bei abgeordnetenwatch, kommentiert:
„Die Erststimme zählt, gerade bei dieser Wahl. Das Rennen ist so eng wie lange nicht. Umso wichtiger wird, wer die Berliner:innen vor Ort direkt vertritt. Viele kennen die Spitzenkandidierenden aus dem Wahlkampf, aber wer im eigenen Wahlkreis antritt und wofür, wissen die wenigsten. Der kandidierendencheck macht das vergleichbar, das ist gerade für die 16-Jährigen wichtig, die diesmal erstmals mitwählen dürfen.
Der Check ist zugleich ein Angebot an die Kandidierenden, sich vorzustellen. Über die Erststimme wird fast die Hälfte des Abgeordnetenhauses direkt vor Ort gewählt. Wer antritt, sollte den Dialog nicht scheuen, sondern suchen."
Über das ab sofort freigeschaltete Frageportal können Bürger:innen außerdem alle Kandidierenden direkt zu den Themen befragen, die ihnen wichtig sind. Die Organisation prüft alle Fragen und Antworten vor der Veröffentlichung anhand ihres Moderations-Codex. So bleiben Hass, Falschinformationen oder unangemessene Fragen nach dem Privatleben außen vor. Alle Fragen und Antworten bleiben auch nach der Wahl dauerhaft öffentlich einsehbar, ebenso die Positionen im kandidierendencheck. So entsteht ein dauerhaftes digitales Wähler:innengedächtnis, das die Dialogbereitschaft der Kandidierenden ebenso aufzeigt, wie ihre politischen Positionen vor der Wahl und während der Legislaturperiode, beispielsweise bei namentlichen Abstimmungen.